Antrag auf Auslieferung abgelehnt
Assange kann aufatmen. Doch das Urteil ist alles andere als ein Freispruch

Sehen Sie im Video: Londoner Gericht – Assange soll nicht an die USA ausgeliefert werden.

Große Freude bei seinen Unterstützern: Der WikiLeaks-Gründer Julian Assange soll nicht an die USA ausgeliefert werden. Das entschied ein Londoner Gericht am Montag. Die USA werfen dem 49-Jährigen unter anderem Verstoß gegen ein Spionagegesetz vor. Bei einer Verurteilung in den USA würden ihm laut seiner Anwälte 30 bis 40 Jahre Haft drohen. Doch auch mit dem jüngsten Urteil dürfte sich eine endgültige Entscheidung weiter hinziehen. Eine Revision ist noch möglich. Der gebürtige Australier Assange hatte über seine Enthüllungsplattform WikiLeaks Hunderttausende geheime US-Berichte und Diplomatendepeschen veröffentlicht. US-Ermittlern und westlichen Sicherheitskreisen gilt Assange damit als Staatsfeind. Nach Auffassung seiner Anhänger ist er dagegen ein Held, der Machtmissbrauch aufgedeckt habe. Um einer Auslieferung zu entgehen, hatte sich Assange in die Botschaft Ecuadors geflüchtet und dort sieben Jahre gelebt, bevor ihm 2019 das Asyl entzogen wurde. Er wurde festgenommen und kam in ein Londoner Hochsicherheitsgefängnis.

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Nach der Ablehnung des Auslieferungsantrags von Julian Assange ist die Erleichterung bei seinen Unterstützern groß. Doch ein Freispruch erster Klasse ist es für den Wikileaks-Gründer nicht. Kritiker sehen die Meinung- und Pressefreiheit weiter auf der Anklagebank.