Iranische Sicherheitskräfte sind in der Straße von Hormus an Bord eines südkoreanischen Öltankers gegangen. Dem Staatsfernsehen zufolge habe Teheran das Schiff in der Straße von Hormus beschlagnahmt. Die »Hankuk Chemi« sei von iranischen Behörden wegen angeblicher »Ölverschmutzung« im Persischen Golf in der Meerenge gestoppt worden.

Die »Hankuk Chemi« befand sich auf dem Weg von Saudi-Arabien in das Emirat Fudschaira, nahm dann aber Kurs auf iranische Gewässer, wo sie sich aktuell noch befindet. Ihre Festsetzung erfolgt zu einem politisch heiklen Zeitpunkt. Ein Sprecher der iranischen Regierung hat mitgeteilt, dass in der Atomanlage Fordo die Urananreicherung auf 20 Prozent begonnen habe. Dies steht demnach im Einklang mit dem neuen Atomgesetz des Landes. Es war Ende November von Hardlinern und Regierungsgegnern im Parlament verabschiedet worden und verstößt gegen das Wiener Atomabkommen, mit dem der Iran von einem Atomwaffenprogramm abgehalten werden sollte.

Der Präsident des Landes, Hassan Ruhani, hält das Gesetz für politisch unklug und sieht es im Zusammenhang mit einem internen Machtkampf vor der iranischen Präsidentenwahl im Juni. Israel kündigte bereits an, die Herstellung von Atomwaffen durch Iran nicht gestatten zu wollen. Das Land sieht sich durch das iranische Atom- und Raketenprogramm in seiner Existenz bedroht.

Icon: Der Spiegel