Um größere Teile der Bevölkerung schnell gegen das Coronavirus zu immunisieren, prüft das Bundesgesundheitsministerium eine Verlängerung des Abstands zwischen der ersten und zweiten Impfdosis. Dies geht aus einem Papier des Ministeriums hervor, das dem SPIEGEL vorliegt.

Durch eine Verlängerung der Zeitspanne zwischen den beiden Einzelimpfungen könnte die Verfügbarkeit des Impfstoffs so kurzfristig erhöht werden. Das Ministerium habe die Ständige Impfkommission des Robert Koch-Instituts um eine Prüfung des Vorgehens gebeten, heißt es in dem Papier. Dabei orientiert sich das Ressort von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Vorgehen Großbritanniens, wo eine Verlängerung des Zeitraums zwischen den Impfungen weit über die maximal vorgesehene Zeit von 42 Tagen bereits möglich ist.

Bislang wurden in Deutschland 1,34 Millionen Impfdosen der gemeinsamen Hersteller Biontech und Pfizer ausgeliefert. Da sich in der Praxis herausgestellt habe, dass aufgrund einer »Über-Füllung« der Fläschchen statt fünf vorgesehener Impfdosen sechs Dosen entnommen werden können, befürwortet das Ministerium dem Papier zufolge außerdem dieses Verfahren.

Dies sei »bei Einhaltung aller Sorgfaltspflichten« in Absprache mit dem Paul-Ehrlich-Institut und dem Hersteller bereits am 27. Dezember 2020 gegenüber den Ländern befürwortet worden, heißt es. Mittlerweile liege ein Antrag auf eine entsprechende Änderung der Zulassung vor. Dies könnte dem Ministerium zufolge die Zahl der zur Verfügung stehenden Impfdosen um bis zu 20 Prozent erhöhen und statt 1,34 Millionen »bis zu 1,6 Millionen Impfungen« ermöglichen.

BioNTech will Kapazitäten verdoppeln

Zudem will der Bund den Hersteller Biontech beim Ausbau seiner Kapazitäten unterstützen. Das Paul-Ehrlich-Institut als Bundesoberbehörde soll dazu gemeinsam mit dem Land Hessen den Produktionsstart in einem neu gekauften und hergerichteten Werk in Marburg begleiten, der noch für Februar vorgesehen ist. Biontech strebt demnach eine…