Der Unmut drang aus jedem einzelnen Wort. Schon bei seiner Neujahrsansprache am vergangenen Donnerstagabend konnte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron kaum verbergen, was er vom schleppenden Tempo der Impfkampagne in seinem Land hielt: nichts. Er werde es nicht zulassen, sagte er vor brennendem Kaminfeuer in einem Salon des Elysée-Palasts, dass sich eine durch nichts zu rechtfertigende Langsamkeit im Impfprozess fortsetze.

Hinter den Kulissen soll er weit deutlicher geworden sein, so berichtete es am Sonntag das »Journal du Dimanche«: Der derzeitige Rhythmus der Impfkampagne entspreche dem eines gemütlichen Familienspaziergangs, er werde weder dem kritischen Moment des Infektionsgeschehens noch den Bedürfnissen der Franzosen gerecht, so zitiert ihn die Zeitung. »Ich befinde mich morgens, mittags, abends und nachts im Krieg gegen das Virus«, soll Macron laut Elysée-Mitarbeitern seinen Gesprächspartnern am Telefon eingebläut haben. Er erwarte von allen dasselbe Engagement. Die Dinge müssten sich jetzt schnell und eindeutig ändern.