Regierungssprecher Steffen Seibert und der Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums, Hanno Kautz, haben die Strategie der Bundesregierung zur Beschaffung von Impfstoff verteidigt. Seibert sagte in einer Pressekonferenz, die Bundesregierung stehe hinter »dieser Grundsatzentscheidung«. »Wir sind überzeugt, dass das der richtige Weg war und ist«, sagte er und ergänzte: »Ja, die Ungeduld, die vielen Fragen, die Bürger jetzt stellen, sind verständlich.«

Seibert sagte, der europäische Zusammenhalt habe sich gerade in der Corona-Pandemie als wichtig erwiesen. Wie und ob die Coronakrise gemeinsam bekämpft würde, werde dazu beitragen, wie die EU in der Welt wahrgenommen würde. Berichte aus den Krankenhäusern in Deutschland zeigten die schwierige Lage. »Es bleibt also entscheidend Neuinfektionen, wie immer möglich, zu vermeiden«, sagte er.

Engpass laut Regierung nicht »Bestellmenge« sondern »Produktionskapazität«

Kautz sagte, es sei »genug Impfstoff für Deutschland da«. »Es hätte keinen Unterschied gemacht, ob wir national oder europäisch bestellen. Der Engpass ist nicht die Bestellmenge, der Flaschenhals ist die Produktionskapazität«. Eine andere Bestellpraxis hätte daran nichts geändert. Zudem habe Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bereits 30 Millionen zusätzliche Impfdosen für Deutschland bestellt.

Seibert räumte – auch mit Blick auf die Umsetzung der Impfstrategie in den Ländern – ein, »dass es derzeit noch nicht an allen Stellen optimal läuft«. In diesem Geiste werde Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auch am Dienstag die Gespräche mit den Ministerpräsidenten über das weitere Vorgehen in der Coronakrise führen. 

Die Regierung reagierte mit den Ausführungen auf Berichte der vergangenen Tage sowie auf Nachfragen von Journalisten. Kritikerinnen und Kritiker aus Politik und Wissenschaft hatten insbesondere der EU eine falsche Impfstoff-Beschaffungsstrategie vorgeworfen. Die Leopoldina-Forscherin Frauke Zipp sprach von einem »groben…