„Wir haben hier Chaos hoch drei, es bricht alles zusammen“, stellte ein Sprecher der Polizei in Goslar fest. Auf Rodelbergen im Harz wie der Hexenritt-Abfahrt am Wurmberg tummelten sich die Massen. Auch auf Wanderwegen liefen Ausflügler dicht an dicht. Entgegen allen Mahnungen machten sich auch am Sonntag tausende Menschen auf den Weg in den Harz, nach Winterberg im verschneiten Sauerland und zum Großen Feldberg in Hessen.

In Winterberg herrschte ein Betrieb wie in der Skisaison

Polizei und Ordnungsbehörden schrieben Anzeigen wegen zahlreicher Verstöße gegen Corona-Maßnahmen wie Maskenpflicht und Kontaktbeschränkungen. In Winterberg riegelte die Polizei wichtige Zufahrtsstraßen ab. Es komme jetzt praktisch niemand mehr rein, sagte eine Sprecherin der Stadt. zwar habe man am Samstag ein Betretungsverbot ausgesprochen, aber die Leute seien am Sonntag trotzdem wieder gekommen.

Polizisten und Mitarbeiter des Ordnungsamtes kontrollierten in Winterberg die Einhaltung der Corona-Maßnahmen

Mit Hinweis auf die Ansteckungsgefahr mit Corona und den Lockdown hatte die Gemeinde immer wieder darum gebeten, auf Ski- und Rodelspaß zu verzichten. Polizei und Ordnungsbehörden stellten allein am Samstag 94 Verstöße gegen die Corona-Kontaktbeschränkung und 176 Verstöße gegen die Maskenpflicht fest. Dazu kamen zwei Strafanzeigen, weil Einsatzkräfte beleidigt wurden.

Der Parkplatz an der Harzer Hexenritt-Abfahrt war schon am Morgen überfüllt

Auch in den bayerischen Alpen suchten Tausende Menschen Abwechslung. Hunderte Schlittenfahrer tummelten sich selbst auf kleinen Hügeln und die Skipisten bevölkerten Tourengeher. Allerorten waren die Parkplätze voll. Viele nutzten die zugefrorenen Seen zum Schlittschuhlaufen. Der Bürgermeister von Schliersee, Franz Schnitzenbaumer, gab zu bedenken, dass im Großraum München drei Millionen Menschen lebten, die alle nicht in den Urlaub fahren dürfen. Das sei nun zu spüren.

Kein Abstand, keine Masken: Polizei löst Gottesdienst…