„Angesichts der immer noch zu hohen Zahlen ist es notwendig, die Maßnahmen, die Einschränkungen, zu verlängern“, erklärte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Auf den Intensivstationen habe man gerade einen Höchstwert an Corona-Patienten. Man müsse jetzt unbedingt das Infektionsgeschehen senken und für längere Zeit niedrig halten. „Das ist besser, als zu früh zu lockern und dann möglicherweise in einigen Wochen schon wieder vor möglichen schwierigen Fragen zu stehen“, sagte der CDU-Politiker dem Fernsehsender RTL.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) forderte in der „Bild am Sonntag“ strikte Beschränkungen für weitere drei Wochen: „Der Lockdown muss bis Ende Januar verlängert werden. Vorschnelle Lockerungen würden uns wieder weit zurückwerfen.“ Auch andere stark von Corona betroffene Bundesländer plädierten in einer Telefonkonferenz ihrer Staatskanzleichefs dafür, während weniger betroffene Länder einer neuen Entscheidung schon nach zwei Wochen zuneigten. Die Bundesregierung unterstütze die vorsichtige Seite, hieß es.

Die Entscheidung naht

Am Dienstag will Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder über die Verlängerung entscheiden. Die Besprechung der Staatskanzleichefs diente der Vorbereitung. Strittig war unter ihnen besonders der Umgang mit Kindergärten und Schulen. Bundesländer mit hohen Fallzahlen wollten sie weiter geschlossen halten, solche mit geringeren Zahlen plädierten für frühere Öffnungen bei Wechsel- oder Distanzunterricht höherer Klassen.

Melden sich in der Krise häufiger zu Wort: Markus Söder, Angela Merkel, Peter Tschentscher (Archivbild)

Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) verlangte, „dass der Bund darlegt, auf welcher wissenschaftlichen Grundlage beziehungsweise Datengrundlage er eine weitere pauschale Schließung von Kitas und Schulen fordert und wie er sich vorstellt, dass damit die wesentlichen Funktionen der Grundversorgung und medizinischen Behandlungskapazitäten…