Kaum eine Branche hat die Pandemie so hart getroffen wie den Profisport – mal abgesehen von Gastronomie, Touristik und Kultur. Leere Stadien, abgesagte Meisterschaften, Gehaltsverzicht und Landesbürgschaften für Bundesligisten prägten das Jahr 2020, quer durch alle Sportarten. Besonders hart traf die Krise die Profis in den Hallendisziplinen: Für Hand- oder Basketballer ist es ungleich schwieriger als für Freiluftsportler, Corona-adäquate Hygienekonzepte zu entwerfen; zudem hängen sie viel stärker von Zuschauereinnahmen ab als etwa die Kollegen in der Fußball-Bundesliga.

Deren Dachverband DFL bewies erstaunliche Kreativität, als es um die schnelle Rückkehr zum Spielbetrieb ging, wenn auch ohne Zuschauer. Das erfolgreiche Hygienekonzept der Fußballer machte weltweit Schlagzeilen, sogar die US-Basketballer kopierten einige der Ideen Made in Germany.

Bahn frei für den E-Sport

Von einer Rückkehr zum Alltag kann freilich noch lange nicht die Rede sein. Stattdessen ist zu befürchten, dass quer durch alle Sportarten viele Vereine die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie nicht überleben. Trotzdem könnte 2021 das krasseste Sportjahr aller Zeiten werden: Olympia in Tokio, die paneuropäische Fußball-EM sowie zahlreiche weitere Großveranstaltungen, die 2020 ausgefallen sind, sollen nachgeholt werden. Eine gewaltige Herausforderung für strapazierte Sportler, reizüberflutete Zuschauer und angeschlagene Sponsoren, die ihre Etats kürzen müssen.

Und je länger der traditionelle Profisport ohne Zuschauer auskommen muss, desto mehr wächst die Gefahr, dass sich insbesondere junge Fans abwenden und neuen Attraktionen widmen – schon jetzt boomen E-Sport, virtuelle Wettkämpfe ohne Körperkontakt und weitgehend keimfrei. Die großen Geldgeber haben den Trend bereits erkannt und schichten Milliarden um.

Kurzum: Der Profisport, so wie wir ihn bislang kannten, steht vor dem gravierendsten Umbruch seit Jahrzehnten – sicher ist allenfalls, dass der FC Bayern München Deutscher…