Sie jetten nicht mehr um die Welt, New York–Rio–Tokio, sondern stehen teils eng verschachtelt auf Parkflächen und Rollbahnen in Provinzflughäfen wie Teruel, Tulsa oder Alice Springs: Passagierjets von Airbus, Boeing oder Embraer. Ihre Betreiber haben sie buchstäblich in die Wüste geschickt. Denn hier ist Platz und die teuren Flugzeuge sind geschützt vor der Witterung.

Ob sie je wieder starten werden? Viele womöglich zum letzten Mal mit Ziel Flugzeugfriedhof. Wer weiß das schon, inmitten dieser Katastrophe.

2020 war das Annus horribilis für die internationale Zivilluftfahrt. Die Branche hat in den vergangenen Jahrzehnten einiges an Krisen mitgemacht: Ölschocks, Flugzeugentführungen, Abstürze, Terrorattentate. Doch für den finalen Knock-out musste erst das Coronavirus kommen.

In der ersten Welle waren die Passagierzahlen um bis zu 80 Prozent eingebrochen und zeitweise fast zwei Drittel der weltweiten Flotte stillgelegt. Die zweite Welle stoppte die Erholung des Luftverkehrs in Europa. Ohne die milliardenschweren Staatshilfen wären viele Unternehmen bereits bankrott.

Lufthansa in Existenznot

Laut der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) dürften die Passagierzahlen 2020 um rund 60 Prozent gefallen sein. Und so endete das Jahr trist für die meisten Airlines – außer für diejenigen, die in China aktiv sind. Hier ist das Inlandsgeschäft fast schon wieder auf Vor-Pandemie-Niveau; denn nach offizieller Staatsdoktrin hat das Land die Seuche im Griff.

Damit es 2021 für alle wieder besser wird, hoffen die Airlines nicht nur auf den Impfstoff. Sie versuchen schon jetzt, das Virus einigermaßen unter Kontrolle zu kriegen, um so ihre Flugzeuge wieder zu füllen. Schnelltests vor dem Abflug und teilweise auch nach Ankunft sollen ihren Plänen nach für unbeschwerteres, sichereres Reisen sorgen – und vor allem die Passagiere von Quarantäneauflagen oder Einreisesperren im Zielland entbinden. Ein Korridor, wie ihn unlängst Deutschland und Singapur für…