Bei Anschlägen mit Autobomben in Syrien in der Nähe der Grenze zur Türkei sind laut Aktivisten sechs Menschen ums Leben gekommen. Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte explodierte die erste Bombe, die drei Erwachsene und zwei Kinder tötete, in der Grenzstadt Ras al-Ain. Die zweite Autobombe detonierte in der Stadt Jindires in der Region Afrin. Dabei seien ein Zivilist getötet und neun weitere verwundet worden, darunter zwei Kinder.

Zivilisten unter den Opfern

Nach Angaben der Beobachtungsstelle waren mindestens drei der fünf Opfer in Ras al-Ain Zivilisten. Der Sprengsatz detonierte nahe einem Gemüsemarkt. Die Beobachtungsstelle mit Sitz in Großbritannien bezieht ihre Informationen aus einem Netz von Informanten vor Ort. Ihre Angaben lassen sich von unabhängiger Seite oft kaum überprüfen.

Das türkische Verteidigungsministerium in Ankara bestätigte, dass zwei Kinder getötet wurden, sprach aber von lediglich zwei weiteren verwundeten Zivilisten. Zudem seien mehrere von der Türkei unterstützte Kämpfer ums Leben gekommen, hieß es. Die Türkei ist Verbündeter einiger Rebellengruppen, die den Aufstand gegen den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad proben.

Unruheregion

Ankara machte die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) für den Angriff in Ras al-Ain verantwortlich. Die Türkei wirft den Kämpfern vor, mit der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) in der Türkei zusammenzuarbeiten. In der Region Afrin und in Ras al-Ain werden immer wieder Bombenanschläge verübt. Erst Mitte Dezember hatte eine Autobombe bei einem Kontrollpunkt in Ras al-Ain 16 Menschen in den Tod gerissen.

Ras al-Ain befindet sich seit 2019 unter türkischer Kontrolle. Damals startete die Türkei in dem Gebiet eine Militäroffensive gegen die YPG. Seit dem Beginn des Bürgerkrieg im Jahr 2011 wurden in Syrien mehr als 387.000 Menschen getötet, Millionen wurden vertrieben.

uh/ml (afp, rtr)