Den freien Fall des Traditionsvereins Schalke 04 in der Fußball-Bundesliga zu stoppen, das ist die Aufgabe von Christian Gross. Deswegen haben die Verantwortlichen der Königsblauen den 66-Jährigen geholt. Der ehemalige Stuttgarter Coach soll die Erfahrung und Souveränität einbringen, die seinen weit jüngeren Vorgängern David Wagner (49 Jahre) und Manuel Baum (41) im hektischen und angespannten Schalker Umfeld fehlten. In seinem ersten Spiel an der Seitenlinie der Gelsenkirchener richteten sich also alle Augen auf den Trainer-Routinier, doch es hagelte die nächste herbe Niederlage für Schalke. Die Partie in Berlin bei Hertha BSC ging klar und deutlich mit 0:3 (0:1) verloren, und damit waren die Gäste noch gut bedient.

Die Berliner Mattéo Guendouzi (36. Minute), Jhon Cordoba (52.) und der kurz zuvor eingewechselte Krzysztof Piatek (80.) verdarben mit ihren Treffern im Olympiastadion den Einstand von Gross als viertem Schalke-Coach in dieser Saison – Interimstrainer Huub Stevens mitgezählt.

Veränderungen, die noch nicht fruchten

Dabei hatte Gross eigentlich alles richtig gemacht. Im Gegensatz zu seinem 25 Jahre jüngeren Vorgänger Baum, der mit markanten Worten und blumiger Sprache Reize anbringen wollte, setzte der Routinier komplett auf Sachlichkeit. Wenn die Mannschaft alles aus sich raushole, sei er vom Klassenerhalt „felsenfest überzeugt“. Gross forderte „Ehrgeiz in jeder Sekunde“ und „um die Mannschaft herum eine positive Grundhaltung“.

Matteo Guendouzi (l.) erzielt das 1:0 für Hertha: Keeper Ralf Fahrmann (r.) ist geschlagen – und Schalke auch

Und so arbeitete der Schweizer auch neben dem Platz, in blauer Schalke-Jacke und mit den Händen meist in den Hosentaschen stand er in seiner Coaching-Zone. „Ich bin in der Sache hart, aber ich weiß, was es braucht hier im Abstiegskampf. Ich muss zusprechen, sie unterstützen und natürlich in erster Linie loben“, sagte Gross vor dem Anpfiff beim Fernsehsender Sky. Und so gab er während der 90 Minuten immer wieder…