In dem von Terror heimgesuchten westafrikanischen Land Niger hat sich ein schwerer Anschlag ereignet. Zur Anzahl der Opfer existieren widersprüchliche Angaben: Die Deutsche Presseagentur (dpa) zitiert Innenminister Alkache Alhada, der von 56 Toten und 20 Verletzten spricht. Laut Reuters sind bei dem Anschlag mindestens 70 Menschen ums Leben gekommen. Die Agentur bezieht sich auf Sicherheitskreise.

Der Überfall hatte sich laut Alhada nahe der Grenze zu Mali in den Dörfern Tchombangou und Zaroumdareye ereignet. Die genauen Umstände der Attacke sind noch unklar.

Am selben Tag sind in Niger die vorläufigen Ergebnisse der Präsidenten- und Parlamentswahlen bekannt gegeben worden. Staatschef Mahamadou Issoufou wird, wie von der Verfassung vorgesehen, den Posten nach seinen zwei Amtszeiten abgeben. Ein Verbündeter des ausscheidenden Präsidenten, der ehemalige Außenminister Mohamed Bazoum, trat für die Regierungspartei PNDS an und erhielt 39,6 Prozent der Stimmen.

Hunderte Tote durch islamistischen Terror

In dem Land, das als eines der wichtigsten Transitländer für afrikanische Migranten gilt, sind etliche Terrorgruppen aktiv. Viele von ihnen haben al Qaida oder dem sogenannten »Islamischen Staat« (IS) die Treue geschworen. Bei Anschlägen in den Grenzregionen im Westen, nach Mali und Burkina Faso, wie im Süden nach Nigeria starben im letzten Jahr Hunderte Menschen.

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