Die Menschen in Deutschland haben im Corona-Jahr 2020 viel Geld angespart: Nach Berechnungen der DZ Bank nahm das Geldvermögen der privaten Haushalte um 393 Milliarden auf den Rekordwert von 7,1 Billionen Euro zu. Das entspricht im Vergleich zum Vorjahr einem üppigen Plus um fast sechs Prozent.

Angesichts drohender Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit hielten viele Menschen ihr Geld zusammen, zudem hätten Corona-bedingte Schließungen im Einzelhandel den Konsum gebremst, erläuterte DZ-Ökonom Michael Stappel.

Extrem hohe Sparquote

Seine Bank geht für das vergangene Jahr von einer Sparquote von 16 Prozent aus, der Bankenverband BVR prognostizierte sogar einen Wert von rund 17 Prozent. Auf Jahressicht legten die Privathaushalte demnach also von 100 Euro verfügbarem Einkommen 16 beziehungsweise 17 Euro auf die hohe Kante. Die bisher höchsten Sparquoten in Deutschland waren nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes 1991 und 1992 gemessen worden – damals mit jeweils knapp 13 Prozent.

Konsumbremse Lockdown: Auch in der Kölner Fußgängerzone sind (wieder) fast alle Geschäfte geschlossen

„Im Jahresverlauf 2021 dürfte ein erheblicher Teil der liquiden Mittel, die die Haushalte 2020 (…) auf ihren Girokonten geparkt haben, wieder in den privaten Konsum abfließen“, prognostizierte der neue Chefvolkswirt der DZ Bank, Michael Holstein. Sobald die Pandemie-Lage es zulasse, dürften vor allem Ausgaben für Reisen, Restaurantbesuche sowie kulturelle Veranstaltungen steigen.

„Wir rechnen in der zweiten Jahreshälfte 2021 mit einem regelrechten Post-Corona-Boom, der auch die deutsche Konjunktur merklich anschieben wird. Zeitweise wird die Sparquote dann auch unter ihr längerfristiges Durchschnittsniveau absinken“, sagte Holstein.

wa/fab (dpa, DZ Bank)