Seine Fotografien lesen sich wie eine Retrospektive über 50 Jahre Film, Pop- und Rockmusik und deutsche Politik. Die Portraits zeigen internationale und deutsche Berühmtheiten der Vergangenheit und der Gegenwart – und kommen dabei ohne Glamour, Glitter und spektakuläre Inszenierungen aus.

Jimi Hendrix, David Bowie, Nina Hagen, Natalie Portman – sie alle standen schon vor der Linse von Jim Rakete. Er fotografiert mit Vorliebe in Schwarz-Weiß. In seinen ausdrucksstarken, oft großformatigen Porträts zeigt er die Menschen unverstellt und ganz nah.

Anstoß durch 68er Bewegung 

Geboren wurde Günther Rakete am 1. Januar 1951 in Berlin. Schon früh beschäftigt er sich mit dem Fotografieren. Mit vier Jahren bekommt er seine erste Kamera geschenkt: eine Praktica. Gegen Ende seiner Schulzeit macht Rakete ein Praktikum bei einer Agentur und fängt an, als freier Pressefotograf zu arbeiten. Er wird dadurch zum Chronist einer politischen Revolte, die in Berlin ihren Anfang nimmt.

Studentenproteste 1968 in Berlin – mittendrin Fotografen, die Demos und Polizeieinsätze dokumentieren

In dieser Zeit – wir befinden uns im Jahr 1968 – protestieren in Berlin tausende Studenten gegen den Vietnamkrieg, die fehlende Auseinandersetzung mit der deutschen Nazi-Vergangenheit, gegen das verstaubte Hochschulwesen und die große Koalition aus den Volksparteien CDU und SPD.

Zusammen mit dem Agenturchef und seinem Lehrmeister, dem Fotografen Ludwig Binder, ist der 17-jährige Rakete bei den Straßenprotesten mittendrin dabei. Jim Rakete, wie er sich später nennt, sieht diesen Zeitpunkt und die Geschehnisse damals als Beginn seiner Berufung. Durch Binder sei er zum Fotografen geworden, sagt er rückblickend.

Chronist der internationalen Musikwelt

Dann aber wendet sich der junge Fotograf der Branche zu, die ihn und seine Portraits später zu Ikonen der Fotografie machen werden: der Musik. Er wird zum Chronisten der deutschen und auch der internationalen Musikszene, die er nicht nur in…