Die Jungen bringen sich in Stellung. Mit »Fridays For Future« übt die größte Jugendbewegung der Neuzeit seit einigen Jahren Druck auf die Politik aus, nun drängen immer mehr junge Frauen und Männer auch in politische Ämter.

Der Bundestag hätte eine Frischzellenkur bitter nötig. Nur 23 der insgesamt 709 Abgeordneten waren zu Beginn der Legislaturperiode im Oktober 2017 30 Jahre oder jünger – ein Anteil von 3,2 Prozent. Zwar hat sich die Altersverteilung in den vergangenen Jahrzehnten der Situation in der Bevölkerung etwas angenähert, doch noch immer ist die junge Generation im Bundestag deutlich unterrepräsentiert. Gemessen an der Gesamtbevölkerung ist in Deutschland gut ein Drittel der Menschen 30 Jahre oder jünger.

Doch es tut sich was – wenn auch der Generationenwechsel nicht zwingend einen Ansturm junger Menschen auf Bundestagsmandate bedeutet: Manche mischen lieber in der Lokalpolitik mit, andere wirken vor allem im Netz.

Hier sind fünf Talente, die 2021 wichtig werden könnten.

Lilly Blaudszun (SPD)

19 Jahre, aus Frankfurt (Oder)

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Die SPD-Nachwuchspolitikerin Lilly Blaudszun

Foto: Jens Büttner / dpa

Sie bekleidet kein politisches Amt, trotzdem werden innerhalb der SPD im kommenden Jahre viele auf sie hören: Lilly Blaudszun wird 2021 die Parteispitze im Bundestagswahlkampf beraten. Ihre Kernkompetenz: politisches Influencen.

Die Jurastudentin ist längst zur zeitgemäßen Vorzeigegenossin gewonnen: jung, weiblich, ostdeutsch und bestens vernetzt. Auf Twitter folgen ihr knapp 31.000 Menschen, bei Instagram sind es 16.500 Abonnentinnen und Abonnenten. Die SPD-Oberen posieren regelmäßig mit Blaudszun für Selfies. Zu einem Foto mit Kanzlerkandidat Olaf Scholz schrieb sie: »Ich präsentiere: das süßeste Bild, das von Olaf Scholz existiert.«

»Mein Ziel war es schon immer, mit meiner Meinung – die hoffentlich auch die einer breiteren Masse der Generation Z ist – ernst genommen zu…