Das Politbeben von Thüringen, der Beinahe-Tabubruch von Sachsen-Anhalt – die innenpolitischen Dramen des Jahres 2020 spielten im Osten der Republik. Dieses Jahr dürfte dort nicht weniger turbulent werden. Denn sowohl in Thüringen (25. April) wie auch in Sachsen-Anhalt (6. Juni) wird ein neuer Landtag gewählt, zudem in Mecklenburg-Vorpommern (26. September).

Drei von gleich sechs Landtagswahlen in 2021 finden somit statt in den neuen Bundesländern, wie sie auch mehr als 30 Jahre nach der deutschen Einheit noch genannt werden. Diesmal wird nicht nur besonders genau hingeschaut, weil im Herbst Bundestagswahlen anstehen. Wie schon bei vielen der zurückliegenden Ostwahlen drohen auch diesmal vor allem in Thüringen und Sachsen-Anhalt komplizierte Verhältnisse bei der Regierungsbildung – was vor allem an der Stärke der AfD liegt.

Welche Konflikte sind zu erwarten? Was wird die Wahlen beeinflussen und am Ende den Ausschlag geben?

Diese fünf Faktoren werden die Wahlkämpfe im Osten bestimmen:

1. Die Ministerpräsidenten

Schon 2019 fanden im Osten drei Wahlen mit bundesweiter Bedeutung statt: in Thüringen, Sachsen und Brandenburg. Durchsetzen konnten sich am Ende die Ministerpräsidenten und ihre Parteien. Das lag vor allem an der Polarisierung mit der AfD, die zumindest in Sachsen und Brandenburg Chancen hatte, stärkste Kraft zu werden.

Landesregierungen in Thüringen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern

Thüringen: Ministerpräsident ist Bodo Ramelow (Linke), seine rot-rot-grüne Minderheitsregierung wird von der CDU punktuell im Rahmen eines »Stabilitätspakts« unterstützt, welcher am 31. Dezember endet. Linke, SPD, Grüne und die CDU hatten sich nach der Regierungskrise 2020 zudem auf vorgezogenen Neuwahlen am 25. April geeinigt.

Sachsen-Anhalt: Ministerpräsident ist Reiner Haseloff (CDU), die regierende Kenia-Koalition aus CDU, SPD und Grünen wackelte zuletzt bedenklich im Streit um die Erhöhung des Rundfunkbeitrags.

Mecklenburg-Vorpommern: