Dass der (noch) amtierende US-Präsident kein Freund internationaler Bündnisse ist, weiß die Welt mittlerweile – es konnte also kaum jemanden überraschen, dass Donald Trump seine vielleicht letzte Gelegenheit nutzen würde, um zu versuchen, der Uno zu schaden: Bei der Verabschiedung des Haushalts durch die Generalversammlung der Vereinten Nationen am Donnerstag in New York stimmten weit über 160 Mitgliedstaaten für den 3,2-Milliarden-Dollar schweren Finanzplan für das neue Jahr – nur die USA und Israel waren dagegen.

Zwar zahlen die Vereinigten Staaten mit Abstand am meisten für die Welt-Organisation, verhindern konnte ihr Veto den Haushaltsplan jedoch nicht. Nach Angaben der Uno wurde das Budget mehrheitlich beschlossen.

Die USA begründeten ihre Entscheidung mit der aus ihrer Sicht antiisraelischen Einstellung des Gremiums und Differenzen bei Sanktionen gegen Iran. Noch-Präsident Trump hatte sich zudem immer wieder kritisch über die Uno geäußert und die Verteilung der Mitgliedsbeiträge als »unfair« bezeichnet.

Schon vor Beginn seiner Amtszeit hatte Trump sich an der Uno abgearbeitet: Die Vereinten Nationen, schrieb er im Dezember 2016 auf Twitter, »haben großes Potenzial. Aber momentan sind sie nur ein Klub für Menschen, um zusammenzukommen, zu reden und eine gute Zeit zu haben. Schade«. Daran scheint sich aus seiner Sicht auch vier Jahre später nichts geändert zu haben.

Icon: Der Spiegel