Hunderte Geflüchtete aus dem abgebrannten Lager Lipa in Bosnien sollten eigentlich in feste Unterkünfte im Landesinneren kommen. Doch die Verlegung scheiterte – und die Menschen harren seither unter lebensbedrohlichen Bedingungen im Freien aus. Nun zeichnet sich ab, dass sich an ihrer prekären Lage wohl weiterhin wenig ändern wird: Wie das Nachrichtenportal »klix.ba« und andere Medien am Freitag berichteten, errichtet die bosnische Armee in Lipa neue Zelte für die Geflüchteten in dem eigentlich geräumten und teilweise abgebrannten Camp 25 Kilometer südöstlich der Stadt Bihac.

Ob der Aufbau bis zum Mittag wie geplant begonnen hatte und wie weit er vorangeschritten war, war zunächst unklar. Die Internationale Organisation für Migration (IOM) hatte das Lager vor anderthalb Wochen geschlossen, weil die bosnischen Behörden ihre Zusagen nicht eingehalten hatten, es winterfest zu machen. Die Bewohner hätten in eine ehemalige Armeekaserne bei Sarajevo gebracht werden sollen. Proteste lokaler Politiker und Bürger hatten jedoch verhindert, dass die Busse mit den Menschen überhaupt erst dorthin abfuhren.

Zuvor hatten einige junge Männer bei der Räumung des Lagers aus Wut Zelte und Container in Brand gesetzt. Zahlreiche Menschen blieben seitdem bei winterlichen Wetterverhältnissen unter freiem Himmel. Hilfsorganisationen versorgen sie in dem unwirtlichen Gelände notdürftig mit Lebensmitteln. »Lipa liegt auf knapp 800 Metern Höhe, es friert auch tagsüber«, sagte IOM-Missionschef Peter Van der Auweraert im Interview mit dem SPIEGEL. »Ich verstehe die Frustration der Lokalpolitiker und der Bevölkerung hier in der Gegend. Aber das menschliche Leid, das diese Politik hervorruft, kann man nicht mehr rechtfertigen.«

Am Freitag twitterte Van der Auweraert, einige Menschen hätten sich am Neujahrstag geweigert, von Helfern des Roten Kreuzes ein Frühstück anzunehmen, und erneut ihre Unterbringung in besseren Unterkünften gefordert.

Auch die ARD-Korrespondentin Andrea…