DHL beförderte unlängt 56 Millionen Paketsendungen in einer Woche, ein Rekord. Der Boom des Paketversands liegt an der Kombination aus Weihnachts- und Coronazeit. Die Branche profitiert vom Homeoffice: Denn die Paketboten treffen häufiger die Empfänger in ihren Wohnungen an. Dadurch entfällt zeitraubendes Klingeln bei den Nachbarn oder eine erneute Zustellung, wie die deutschen Paketdienstleister auf Anfrage mitteilten.

Ein weiterer Grund für schnellere Zustell-Abläufe ist die sogenannte kontaktlose Zustellung: Empfänger müssen den Erhalt des Pakets nicht mehr mit Unterschrift quittieren, zudem willigen sie deutlich häufiger als früher in die Ablage vor der Tür oder anderswo auf ihrem Grundstück ein.

»Abstell-OK« erleichtert Paketzustellung

Marktführer bei Paketen ist die Deutsche Post DHL, zu den Konkurrenten gehören Hermes, DPD und GLS. Von GLS hieß es, durch Homeoffice sei die Wahrscheinlichkeit »wesentlich höher«, die Adressaten anzutreffen.

Ein DPD-Sprecher verwies auf positive Effekte durch das »Abstell-OK«, das Kunden vor der Paketzustellung im Internet geben. Beim Abstell-OK kann man vorab im Internet mitteilen, dass das Paket vor der Haustür, auf der Terrasse oder andernorts deponiert werden möge. Der Bote klingelt zwar, stellt es dann aber dort ab und entfernt sich aus Infektionsschutzgründen recht schnell wieder. Das habe die Zustellquote im ersten Versuch spürbar nach oben getrieben, sagte der DPD-Sprecher.

Bei Hermes liegt die Zustellquote bei 90 Prozent und damit etwa so hoch wie 2019. Da die Zahl der Pakete aber nach oben geschnellt ist, stieg auch die Zahl der erfolgreichen Erstzustellungen des Hamburger Logistikers an.

Paket-Plus von 20 Prozent im Weihnachtsgeschäft erwartet

In der Corona-Pandemie bestellen viel mehr Menschen als früher Waren im Internet, anstatt in Geschäfte zu gehen. Nach Angaben des Bundesverbandes Paket und Expresslogistik kletterte das Paketvolumen im ersten Halbjahr 2020 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 8,9…