Ihre Stelle als neue Direktorin des Hauses der Wannsee-Konferenz tritt Deborah Hartmann am 1. Dezember 2020 an. Das historische Gebäude zählt als internationale Bildungseinrichtung zu den wichtigsten Gedenkstätten Berlins. Seit 1992 ist das Haus auch Museum und präsentiert in einer Dauerausstellung die Geschichte des Hauses und in Wechselausstellungen die historischen Stationen der Judenverfolgung in Europa.

Die Planung des Holocausts ist eng mit dem Gebäude verbunden: Hochrangige Nazi-Funktionäre und Beamte der zuständigen Reichsministerien trafen sich am 20. Januar 1942 in der ehemaligen Fabrikanten-Villa am Großen Wannsee im Süden Berlins, um in einer offiziellen Konferenz die von den Nazis sogenannte „Endlösung der Judenfrage“ zu erörtern.

Villa mit Seeblick: Repräsentatives Anwesen des Berliner Unternehmers Friedrich Minoux in den 1930er-Jahren

Im Zuge dieser Besprechung, an der auch das Auswärtige Amt beteiligt war, wurde von den Teilnehmern in nur 90 Minuten die systematische Deportation von rund elf Millionen Juden aus ganz Europa in die Vernichtungslager im Osten und damit ihre Ermordung geplant und beschlossen. SS-Obersturmbannführer Adolf Eichmann, der Leiter des „Judenreferates“ im Reichssicherheitshauptamt, war verantwortlich für die korrekte Protokollführung und anschließende organisatorische Durchführung der Beschlüsse.

Gut vernetzt in der internationalen Forschung

Deborah Hartmann war zuvor Leiterin des „German Desk“, des deutschsprachigen Bildungsbereichs der Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem.Yad Vashem präsentiert das Gedenken an die Opfer des Holocaust in einer modernen, sehr zeitgemäßen Form. Jedes Jahr kommen etwa zwei Millionen Besucher aus aller Welt dorthin.

Ihre Arbeit im Bildungsbereich von Yad Vashem brachte die Politologin in engen Austausch mit international forschenden Wissenschaftlern und politischen Akteuren. Dieses Netzwerk könnte der internationalen Gedenkstätte in Berlin jetzt sehr zugute kommen.

„In den…