Geboren in Stargard in Mecklenburg, Jobs in Hamburg, dem australischen Bundesstaat New South Wales, London, Lissabon – Carl Rümker war schon im 19. Jahrhundert ein echter Kosmopolit. Und ein Experte für den Kosmos. Unter anderem erstellte der Astronom einen Sternkatalog mit vielen tausend Einträgen. Mehr als 70 Jahre nach seinem Tod wurde dem deutschen Forscher eine hohe Ehre zuteil: Im Jahr 1935 wurde ein Vulkanberg auf dem Mond nach ihm benannt. Er liegt in der Ebene Oceanus Procellarum, dem Meer der Stürme, im Nordwesten der erdzugewandten Seite des Erdtrabanten.

Genau dort, am Mons Rümker, ist nun die chinesische Mondsonde »Chang’e 5« gelandet, wie Chinas Staatssender CCTV meldete. Das Besondere an der Mission: Der Forschungsroboter soll im Boden nach Mondgestein bohren und das Material bereits in wenigen Tagen wieder zur Erde zurückbringen. Es wäre das erste Mal seit mehr als 40 Jahren, dass Forscher neue Proben von unserem Nachbarn im All bekommen – und ein weiterer Schritt in Chinas ambitioniertem Mondprogramm, das bereits mit einer Landung auf der erdabgewandten Mondseite und zwei Roboterautos für Schlagzeilen gesorgt hat.

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Der Mons Rümker auf einem Bild der Mission „Apollo 15“

Foto: David Woods / NASA

Sollte die aktuelle Mission erfolgreich verlaufen, wäre China das dritte Land nach den USA und der Sowjetunion, dem eine Rückführung von Mondproben zur Erde gelingt. Die Amerikaner brachten mit ihren »Apollo«-Astronauten insgesamt 382 Kilogramm Mondgestein von sechs verschiedenen Landestellen zurück. An den Proben wird bis heute geforscht, nur ein Teil von ihnen wurde bisher überhaupt geöffnet. Drei »Luna«-Robotersonden der Sowjets sammelten weitere 326 Gramm ein. Außerdem stehen der Forschung rund 190 Kilogramm Meteoritenmaterial zur Verfügung, das bei Einschlägen auf dem Mond zur Erde geschleudert wurde.

Die Chinesen wollen nun rund zwei Kilogramm Mondmaterial einsammeln. Dabei soll es sich zum…