Die bekannte britische Kaufhauskette Debenhams steht nach mehr als 230 Jahren Firmengeschichte womöglich vor dem Aus. Es sei bislang kein Käufer gefunden worden, daher werde nun die Liquidation eingeleitet, teilte das mit der Verwaltung der insolventen Firma betraute Unternehmen FRP Advisory mit. Hoffnungen auf ein Kaufangebot des Konkurrenten JD Sports Fashion hatten sich zuvor zerschlagen. Allein bei Debenhams stehen 12.000 Arbeitsplätze auf dem Spiel, wie die Nachrichtenagentur »Bloomberg« berichtet (hier geht’s zur Meldung).

Das ist der zweite Tiefschlag, der binnen weniger als 24 Stunden den britischen Einzelhandel trifft. Am Montagabend war zuvor bereits bekannt geworden, dass die Modekette Arcadia Group zahlungsunfähig ist und Insolvenz anmelden muss. Zu Arcadia gehören bekannte Modemarken wie Topshop, Dorothy Perkins, Miss Selfridge oder Burton Menswear. Insgesamt beschäftigt das Unternehmen rund 13.000 Mitarbeiter, deren Arbeitsplätze nun bedroht sind. Zusammen genommen kommen Debenhams und Arcadia auf landesweit 600 Filialen, die von den Pleiten betroffen sein könnten.

Folgen eines Doppelschocks

Der britische Einzelhandel leidet – ähnlich wie die Konkurrenz in Deutschland – unter dem, was Experten »double whammy« nennen, eine Art doppelten Schock. Zum einen hat die Branche noch immer massiv mit der Verschiebung von Handelsumsätzen hin zum Onlinehandel zu kämpfen. Zum anderen wird der Sektor massiv von den Maßnahmen zur Bekämpfung der Coronapandemie gebeutelt. Vor wenigen Wochen erst hatte die bekannte Kette »Marks & Spencer« bekanntgegeben, in nur drei Monaten 7000 Mitarbeiter zu entlassen.

Allein in diesem Jahr dürften im britischen Einzelhandel deshalb etwa 235.000 Stellen verloren gehen, schätzt das Forschungsinstitut »Center for Retails Research«. Die britische Regierung müht sich, die Krise zu dämpfen. Finanzminister Rishi Sunak versprach angesichts der Lage bei Debenhams und Arcadia, man werde die Angestellten beider Konzerne…