Den Winter-Shutdown spüren nicht nur Kneipiers und Restaurantbesitzer, die ihre Lokale schließen mussten – sondern auch die Brauer, bei denen deutlich geringere Bestellungen als sonst eingegangen sind.

Nun warnen die Verbände der deutschen Brauwirtschaft, ohne Unterstützung des Staates könnte der Fortbestand vieler kleinerer Brauereien in der Corona-Pandemie gefährdet sein. »Den ersten Gastro-Lockdown konnten die handwerklichen und mittelständischen Brauereien dank finanzieller Rücklagen zumeist noch überstehen, der zweite Lockdown aber bringt jetzt viele Betriebe an die Grenzen ihrer Existenz«, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung des Deutschen Brauer-Bundes (DBB) und des Verbands der Privaten Brauereien Deutschland (VPB).

1500 aktive Brauereien in Deutschland

Die Verbände fordern eine »zielgerichtete finanzielle Unterstützung zur Existenzsicherung«. Diese fehle bisher, kritisieren Brauer-Bund-Präsident Jörg Lehmann und VPB-Präsident Detlef Projahn in der Erklärung. Zulieferer des Gastgewerbes würde bei den Hilfsprogrammen von Bund und Ländern für in Not geratene Branchen weitgehend unter den Tisch fallen.

Der im Handel erzielte Umsatz könne den Wegfall des Gastronomiegeschäftes nicht annähernd ausgleichen, betonen die Verbände. Zudem seien Brauereien auch als Verpächter von Gaststätten Millioneneinbußen entstanden. Die Brauer wünschen sich deshalb »faire Überbrückungshilfen für eine klare Zukunftsperspektive«.

Deutschland verfügt im internationalen Vergleich über eine hohe Anzahl Brauereien, die oft allerdings vor allem für den regionalen Markt produzieren und mittelständisch strukturiert sind. Nachdem die Zahl aktiver Brauereien über mehrere Jahrzehnte sukzessiv gesunken war, ist sie in den vergangenen Jahren wieder merklich angestiegen. Grund dafür ist vor allen Dingen der Craftbeer-Trend. Zuletzt lag die Zahl der Braustätten bundesweit bei mehr als 1500. Rund die Hälfte davon sind sogenannte Mikrobrauereien.

Icon: Der Spiegel