Der französische Literaturpreis Prix Goncourt geht in diesem Jahr an den Autor Hervé Le Tellier. Der 63-jährige Schriftsteller erhält Frankreichs begehrte Literaturauszeichnung für seinen Roman „L’Anomalie“, wie die Jury am Montag (30.11.2020) in Paris mitteilte. Getagt hatte die Jury in einer virtuellen Sitzung.

Das Buch ist in Frankreich bereits ein Verkaufserfolg, die Verfilmung als Serie schon in Planung. Die literarische Geschichte erzählt von einem verrückten Ereignis, das auf einem Flug von Paris nach New York das Leben hunderter Passagiere vollständig auf den Kopf stellt.

2016 wurde die Nachwuchs-Autorin Leila Slimani mit dem renommierten Prix Congourt ausgezeichnet, 2017 erhielt ihn Eric Vuillard, 2018 Nicolas Mathieu, 2019 Alice Zeniter.

Außergewöhnlicher Roman

Le Tellier hat mehr als 20 Werke, darunter Novellen, Gedichte und Essays veröffentlicht, von denen mehrere auch auf Deutsch erschienen sind. So zum Beispiel der autobiografische Roman „All die glücklichen Familien“ und „Ich und der Präsident. Ein Briefroman“. 

Sehr erfolgreich: Briefroman von Hervé Le Tellier

Sein preisgekröntes Buch „L’Anomalie“ ist eine Mischung aus Thriller, zwischenmenschlicher Komödie und Science-Fiction. In deutscher Übersetzung sollte es im Frühjahr im Hamburger Rowohlt Verlag veröffentlicht werden. Dort laufen die Neuplanungen jetzt auf Hochtouren.

Der Schriftsteller gehört der 1960 gegründeten „Gruppe Oulipo“ an, einem Kreis internationaler Autoren, die ihre Werke speziellen Formzwängen unterwerfen. Durch eine selbstgesetzte neue Schreibweise wollen sie die Sprache der Literatur erweitern. 

Neben Hervé Le Tellier hatten es auch noch Camille de Toledo, Djaili Amadou Amal und Mael Renouard in die Finalrunde des Prix Goncourt geschafft.  

Die weiteren Finalisten des Prix Goncourt 2020: Camille de Toledo, Djaili Amadou Amal und Mael Renouard

Verkaufsfördernde Auszeichnung

Der Preis ist nach den Schriftsteller-Brüdern Edmond und Jules de…