Der deutsche Film ist weiß. Käseweiß. In TV- wie in Kinoproduktionen sieht man meist „biodeutsche“, also weiße, mitteleuropäisch aussehende Menschen – und diese sind meist männlich. Deshalb standen deutsche Filmproduktionen in den vergangenen Jahren immer wieder in der Kritik, die heutige deutsche Gesellschaft nicht so abzubilden, wie sie ist. Schauspielerinnen und Schauspieler beklagen in Interviews den Mangel an Frauenrollen und die vielen klischeebeladenen Rollen, die Menschen mit Migrationshintergrund hier meist angeboten werden: Als Kleinkriminelle, Clanchefs oder exotische Verführer.  

Nach den Weckrufen der letzten Jahre, darunter die #Metoo-Bewegung und zuletzt die Black Lives Matter-Proteste, haben sich international immer mehr Institutionen der Filmbranche dazu verpflichtet, ihre Gremien, Vorstände oder Besetzungen „durchzulüften“ und die moderne Gesellschafte mit mehr Frauenrollen, mehr SchauspielerInnen mit Migrationshintergrund oder mehr Menschen aus der LGBTIQ+-Community zu spiegeln. Nun hat sich auch die Ufa, Deutschlands ältestes Filmunternehmen, eine Selbstverpflichtung in Sachen Diversität verordnet. Die Ufa ist eines der größten europäischen Unternehmen seiner Art und produziert sowohl fürs Kino als auch fürs Fernsehen.

Quoten für die Vielfalt

Wie eine Sprecherin des Unternehmens nun der Deutschen Presse-Agentur mitteilte, strebe die Ufa an, „die Gruppen Gender, People of Color, LGBTIQ+ und Menschen mit Beeinträchtigungen so abzubilden, wie es ihrem Anteil an der Bevölkerung entspricht“.

Die Schauspielerin und Sängerin Denise M’Baye

Die afrodeutsche Schauspielerin Denise M’Baye setzt sich schon seit Langem für mehr Vielfalt im deutschen Film ein. Gegenüber der DW sagt sie, sie freue sich, dass die Branche nun „in eine gute Richtung“ tendiere. Und sie ist überzeugt, dass Geschichten mit mehr Vielfalt und Komplexität „für jeden ein Gewinn“ seien – „nicht nur für diejenigen, die entweder gar nicht oder nur dem Klischee…