November 2020; die Coronakrise hat Deutschland in den Shutdown light gezwungen. Kneipen und Restaurants sind zu, Kinos und Theater ebenso. Millionen Büroarbeiter verrichten ihr Werk daheim. Die Zahl der täglichen Neuinfektionen bleibt dennoch gefährlich hoch. Jeden Tag sterben Hunderte Menschen. Es steht ein infektiöser, trauriger Winter bevor.

Wer sich jetzt noch gruppenweise stundenlang immer wieder in kleinen Räumen trifft, der ist entweder ein unbelehrbarer Kontaktverbotssaboteur, der von der Polizei belangt werden kann.

Oder er ist Schüler.

Pandemie hin oder her, für mehr als acht Millionen Kinder und Jugendliche gilt nach wie vor das Gebot des Präsenzunterrichts, je nach Bundesland und Alter der Schüler mit oder ohne Maske. Und im Interesse der Schüler (wie auch der Kitakinder) soll das »so lange wie möglich« so bleiben, das verkünden Deutschlands Kultusminister seit Wochen trotzig.

Neue Maßnahmen gegen Corona werden kommen

Ist das Engagement der Landespolitiker für die Präsenzschule heroisch? Oder grenzt es an Starrsinn? Zwar gelten Schüler nicht als die Treiber des Seuchenzugs, aber sie spielen eine Rolle darin. Ihre relative Bedeutung nimmt zu in dem Maße, in dem die Gesellschaft insgesamt ihre Aktivität reduziert. Um neue Corona-Maßnahmen für den Unterricht dürften die Kultusminister daher kaum herumkommen, wenn Bund und Länder am nächsten Mittwoch wieder zusammentreten.