Bei einem Besuch im Emirat Katar hat US-Außenminister Mike Pompeo führende Vertreter der Taliban zu Verhandlungen für einen permanenten Waffenstillstand in Afghanistan aufgefordert. Bei dem Treffen habe er zudem auf eine Reduzierung der Gewalt gepocht, teilte ein Sprecher des Außenministeriums mit. Pompeo traf sich demnach mit Taliban-Vizechef Mullah Abdul Ghani Baradar und weiteren Mitgliedern des Verhandlungsteams der radikalen Islamisten.

Pompeo habe die Taliban zu »beschleunigten Gesprächen« ermuntert, um eine politische Einigung zu erzielen und sich auf einen »permanenten und umfassenden Waffenstillstand« zu verständigen, erklärte das Ministerium. Er habe sich auch mit Vertretern der afghanischen Regierung getroffen, hieß es weiter.

Friedensgespräche stocken

Ein Abkommen der Taliban mit den USA von Ende Februar verpflichtete die Islamisten zur Aufnahme von Friedensverhandlungen mit der Regierung in Kabul. Die Gespräche unter der Vermittlung von Katar begannen im September, gerieten zuletzt aber ins Stocken.

Im Rahmen des Abkommens mit den Taliban versprach die Regierung des amtierenden US-Präsidenten Donald Trump, ihre Soldaten bis Mitte 2021 vollständig aus dem Land abzuziehen. Die Taliban wollen dafür die verbliebenen Nato-Truppen nicht mehr direkt angreifen. Ihren Kampf gegen die afghanischen Sicherheitskräfte führen sie aber intensiv weiter. Kritiker warnen deshalb, ein übereilter Abzug der US-Soldaten stärke die Taliban.

Tote und Verletzte nach Angriff in Kabul

Zuletzt wurde die afghanische Hauptstadt Kabul am Samstag von schweren Explosionen erschüttert. Dabei wurden zehn Menschen getötet und 51 weitere verletzt. Rund zwei Dutzend Raketen und Mörsergranaten schlugen in Wohngebieten ein, wie das Innenministerium berichtete. Die Terrormiliz »Islamischer Staat« (IS) reklamierte den Angriff für sich. »Soldaten des Kalifats« hätten die sogenannte Grüne Zone in Kabul angegriffen, erklärten die Dschihadisten. Die Echtheit des Bekenntnisses…