In der Nische einer Hallenwand, im Halbdunkel, steht die heilige Barbara, und vor ihr steht Fred Behr, der Werksleiter des Königsbronner Hüttenwerks, und erzählt vom letzten, vom allerletzten Tag, so dachten sie damals jedenfalls. Als Kollegen sagten: Nimm sie mit, es ist vorbei, nach 654 Jahren. Nimm du die Barbara mit nach Hause. Was er tat.

Und jetzt ist sie wieder hier, an ihrem Platz.

Vom »Wunder von Königsbronn« ist manchmal die Rede, andere nennen es »Wiederauferstehung«, und die Geschichte, die erzählt wird, geht so: Es war einmal eine kleine Gießerei auf der Schwäbischen Alb, das älteste Industrieunternehmen Deutschlands. Von Mönchen gegründet, weltmarkttauglich, Weltmarktführer sogar, aber seit 2013 dreimal in der Insolvenz.

Beim dritten Mal dann kam ein Kneipenwirt, er hatte einen Plan, der Investoren überzeugte, und so gießt die Firma noch heute.

Schöne Geschichten enden so. Diese hier geht weiter.

Wer von Heidenheim (bekannt wegen des FC Heidenheim) Richtung Oberkochen (bekannt wegen Zeiss) auf der B 19 durch Königsbronn fährt, sieht links, gleich beim Bahnhof, eine Kneipe, von der noch die Rede sein wird, sie heißt »Gleis III«. Rechts am Hang ein paar Reste historischen Backsteins, davor eine riesige, graue rechteckige Halle, die mal zum Hüttenwerk gehört hat.