Für blankes Entsetzen und Empörung sorgt eine Äußerung einer jungen Gegnerin der Corona-Maßnahmen von Bund und Ländern. Sie vergleicht sich bei einer Demonstration in Hannover mit der von den Nationalsozialisten 1943 ermordeten Widerstandskämpferin Sophie Scholl, da sie „seit Monaten aktiv im Widerstand ist“. 

Der deutsche Außenminister Heiko Maas reagiert promt. Im Kurzbotschaftendienst Twitter schreibt er:

    

Sophie Scholl und ihr Bruder Hans gehörten zur Gruppe „Weiße Rose“, die ab Juni 1942 mit Flugblättern zum Widerstand gegen die nationalsozialistische Gewaltherrschaft aufrief. Bei einer Flugblattaktion in der Münchner Universität wurden sie entdeckt und zusammen mit ihrem Kommilitonen Christoph Probst zum Tode verurteilt.

Maas betonte, wer sich heute mit Sophie Scholl oder auch mit dem durch seine Tagebücher bekannt gewordenen und 1945 im NS-Konzentrationslager Bergen-Belsen verstorbenen jüdischen Mädchen Anne Frank vergleiche, „verhöhnt den Mut, den es brauchte, Haltung gegen Nazis zu zeigen“.

Die Vorsitzende der SPD-Fraktion im niedersächsischen Landtag, Johanne Modder, sagte: „Wenn die Geschwister Scholl oder auch Anne Frank für die Neonazi-Rhetorik einiger Teilnehmer herhalten müssen, ist dies grauenvoll.“ Die vermehrten Holocaust-Vergleiche von Corona-Leugnern dürften nicht unwidersprochen hingenommen werden. Die demokratischen Kräfte müssten „rote Linien ziehen und im Kern zusammenhalten“.

„Jana aus Kassel“

In der niedersächsischen Landeshauptstadt hatte sich am Samstag eine junge Frau auf einer Bühne der sogenannten Querdenken-Bewegung als „Jana aus Kassel“ vorgestellt und dann ihren fatalen Vergleich gezogen. Von ihren Äußerungen gibt es einen Mitschnitt der bei Twitter heftige Reaktionen auslöste.

Twitter-Kommentatoren zeigten sich erschüttert und empört und sprachen von Geschichtsvergessenheit oder nicht zu überbietender Naivität.

Zu sehen ist in dem Video auch, dass ein Mann der Rednerin eine orangefarbene Weste…