Es war ein arbeitsreiches Wochenende für die Staatskanzleichefs der Länder: Gleich mehrfach schalten sie sich in unterschiedlichen Runden zusammen, um über ihr weiteres Vorgehen in der Corona-Pandemie zu beraten. Am Montag wollen ihre Chefs die Vorlage der Länder für die Beratungen am Mittwoch mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) festzurren – damit es nicht wieder so konfliktträchtig abläuft wie in der Vorwoche.

Schon jetzt zeichnet sich ab: Eine Verlängerung des Shutdowns um zwei bis drei Wochen ist sehr wahrscheinlich. Mindestens Bundes- und etliche Landespolitiker sehen keinen anderen Weg, Christdemokraten ebenso wie Sozialdemokraten. Aber auch die Weihnachtstage und der Jahreswechsel sind schon Thema.

»Tatsache ist, dass wir noch nicht soweit sind, wie wir gerne gekommen wären durch die Kontaktbeschränkungen«, sagte Merkel am Sonntag in Berlin nach dem zweitägigen virtuellen G20-Gipfel. In vielen Bundesländern sei ein Plateau an Neuinfektionen erreicht worden, in einigen wenigen Ländern gingen die Zahlen auch deutlich nach unten, in anderen stiegen sie noch. Finanzminister Olaf Scholz (SPD) sagte am Sonntag in Berlin, bei der Entwicklung der Fallzahlen sei man noch nicht dort, wo man hinwolle. »Und deshalb ahnt ja auch jeder, dass es noch Verlängerung geben muss.«

Müller: »Nicht genug«

»Wir sind uns einig, dass schon viel erreicht wurde, aber nicht genug. Zwar konnte das exponentielle Wachstum ausgebremst werden, aber die Infektionszahlen sind weiterhin zu hoch«, sagt Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. »Vor diesem Hintergrund ist es aktuell nicht vorstellbar, dass wir die zuvor beschlossenen Maßnahmen nun schon aufheben können«, betont der Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz. »Wie lange wir verlängern müssen und wie genau wir das ausgestalten, wird gerade untereinander besprochen. Wir sind auf einem guten Weg, so dass wir bis Mittwoch eine Beschlussvorlage erarbeitet haben, über die…