Unternehmen in Europa, die auf Nachschub aus China angewiesen sind, schauen sorgenvoll auf Engpässe und explodierende Preise in der Logistikkette. Sendungen kommen derzeit verzögert an, weil Häfen überfüllt sind und Containerschiffe voll ausgelastet fahren. Die Kosten für den Warentransport steigen unaufhörlich. Derzeit werden Preise von mehr als 5000 Dollar für die Beförderung eines 40 Fuß großen Seefracht-Containers aufgerufen, in den 25 Euro-Paletten Fracht passen.

Erste Reeder verhängen einen Buchungsstopp, da viele Containerschiffe bis Ende Dezember voll sind. Die Marktlage für Importe aus Asien spitze sich weiter drastisch zu, schreibt ein deutsches Logistikunternehmen an seine Kunden. Reedereien würden »teure Premiumzuschläge« erheben. Mancherorts fehlen Seecontainer, Charterschiffe sind nicht buchbar, weil alle Kapazitäten ausverkauft sind. »Es ist alles auf dem Wasser, was schwimmen kann«, sagt ein Manager eines deutschen Logistik-Konzerns.

Bei Schienentransporten aus Fernost sieht es kaum besser aus. Einen Standardcontainer mit dem Zug aus dem chinesischen Wuhan nach Deutschland zu bringen, kostet derzeit bei manchem Anbieter 8350 Dollar. Güterwaggons seien ein knappes Gut, zudem seien die Warenströme einseitig, weil aus Europa weniger nach China transportiert werde als umgekehrt, sagt Frank Huster, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Spedition und Logistik.

Lkw-Transporte gelten in vielen Fällen als unwirtschaftlich und werden daher nur selten als Alternative gesehen. Für die Strecke von Wuhan nach Deutschland werden aktuell 28.880 Euro von einem Anbieter aufgerufen – für gerade mal 20 Tonnen Ladung. Die Fahrt dauert rund 15 Tage, hinzukommen können sieben bis zehn Tage Wartezeit an der Grenze zwischen China und Kasachstan.

»Schutzkleidung kommt zu 99 Prozent aus Asien«

Auch die Luftfahrt kann nicht für Entlastung sorgen. Denn auch dort boomt das Geschäft; es gibt Airlines, die bis zu acht Euro pro Kilo Fracht aufrufen. Noch vor…