Es dürfte der letzte große internationale Auftritt von US-Präsident Donald Trump sein. Doch zum Auftakt des am Samstag gestarteten G20-Gipfels schien er mindestens abgelenkt zu sein: Auf Twitter meldete er sich in der ersten Stunde mit mehreren Nachrichten zum angeblichen Wahlbetrug in den USA und mit Neuigkeiten zum Gesundheitszustand seines Sohnes Donald Trump Junior zu Wort, der sich Medienberichten zufolge mit dem Coronavirus infiziert hat.

Gastgeber Saudi-Arabien hatte da gerade gemeinsame Anstrengungen der führenden Industrie- und Schwellenländer bei der Bewältigung der Corona-Pandemie angemahnt. »Wir haben eine Pflicht, uns der Herausforderung bei diesem Gipfel gemeinsam zu stellen und eine starke Botschaft der Hoffnung zu geben«, sagte Saudi-Arabiens König Salman in einer Videoschalte am Samstag.

Bei dem zweitägigen Gipfel wird es vor allem um den weiteren Kampf gegen die Pandemie, die Impfstoffverteilung und die wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise gehen. Für Deutschland nimmt Bundeskanzlerin Angela Merkel an dem virtuellen Treffen teil.

Uno mahnt weltweit faire Verteilung des Impfstoffs an

Die EU, die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sowie Norwegen und Südafrika hatten die Gipfelteilnehmer vorab in einem Brief aufgefordert, mehr Geld für die Bekämpfung der Pandemie zur Verfügung zu stellen. Bei einer entsprechenden WHO-Initiative klaffe eine Finanzierungslücke von 4,5 Milliarden Dollar (3,8 Milliarden Euro).

Experten befürchten, dass reiche Länder sich Impfdosen sichern und Entwicklungsländer das Nachsehen haben. Uno-Generalsekretär António Guterres mahnte am Freitag erneut, Corona-Impfstoffe müssten »alle erreichen«. Zur fairen Verteilung eines Impfstoffs wies Guterres auf die Bedeutung der internationalen Covax-Initiative hin, der sich bereits mehr als 150 Länder angeschlossen haben – darunter auch China, nicht aber die USA. Deutschland hat 100 Millionen Euro zu dem Programm beigesteuert. Aus der deutschen Delegation verlautete aber, dass…