Die für heute in Leipzig angemeldeten Proteste gegen die Anti-Corona-Maßnahmen der Bundesregierung beginnen anders, als von den Organisatoren geplant. Wie die Stadtverwaltung auf Twitter schrieb, könne die Demonstration auf dem Kurt-Masur-Platz »nicht starten, weil das Maskenbefreiungs-Attest des Anmelders unvollständig ist und nicht akzeptiert werden kann«.

Der Versammlungsleiter der Kundgebung hat daraufhin seine Anmeldung zurückgezogen. Das teilte die Polizei mit. Damit finde keine Versammlung statt.

Die Polizei rief die Menschen, die sich bereits auf dem Kurt-Masur-Platz eingefunden hatten, auf, den Bereich »friedlich zu verlassen«. Zuvor hatte die Polizei den Platz gesperrt, weil dieser mit 500 Menschen seine Maximalkapazität erreicht hatte.

Von der Nikolaikirche aus setzte sich eine etwa 200 Personen umfassende Gruppe in Bewegung, viele von ihnen ohne Maske. Auch vermummte, mutmaßliche Rechtsextreme mit schwarz-weiß-roten Flaggen waren darunter.

In der Innenstadt hatten sich nach Schätzungen eines SPIEGEL-Reporters zuvor auch etwa 1000 bis 1500 Menschen versammelt, um ihrerseits gegen die geplante Kundgebung zu protestieren. Am Mittag kamen etwa mehrere Hundert Menschen auf dem Augustusplatz zusammen. Dazu aufgerufen hatte das Aktionsnetzwerk »Leipzig nimmt Platz«, das an drei zentralen Orten der Stadt Kundgebungen angemeldet hat.

Die Polizei ist mit einem Großaufgebot aus mehreren Bundesländern im Einsatz, sie brachte Wasserwerfer und Räumpanzer in der Nähe des Demonstrationsgeschehens in Stellung. Zudem setzten die Beamten Sperrgitter ein, um die Versammlungen voneinander zu trennen. Dennoch kam es am Nachmittag zu ersten Wortgefechten. Die Lage sei nicht einfach, sagte ein Polizeisprecher.

Acht Versammlungen in Leipzig waren angekündigt

Erst vor zwei Wochen hatte eine große, teils chaotische „Querdenken“-Demonstration in Leipzig für Ärger und heftige politische Debatten gesorgt.

Insgesamt waren am Samstag acht Versammlungen an verschiedenen Orten in…