Mastiaux, 56, ist seit Oktober 2012 Vorstandsvorsitzender von EnBW, des drittgrößten Energiekonzerns Deutschlands.

SPIEGEL: Herr Mastiaux, Sie haben angekündigt, dass EnBW bis 2035 klimaneutral sein soll. Sind Sie auf eine neue Solarquelle gestoßen?

Mastiaux: Nein, aber EnBW verfolgt seit Jahren eine konsequente Linie beim Umstieg auf erneuerbare Energien. Jetzt haben wir uns ein klares Ziel mit einem konkreten Datum gesetzt.

SPIEGEL: Als ehemaliger Kohle- und Atomkonzern seinen Aktionären und Investoren aufs Jahr genau zuzusagen, kaum noch CO₂ auszustoßen, ist deutlich ambitionierter als die bisherigen eher vagen Versprechungen. Was hat Sie dazu bewogen?

Mastiaux: Es gab mehrere Gründe. Die Bundesregierung hat in diesem Jahr das Kohleausstiegsgesetz verabschiedet. Es legt einen klaren Fahrplan fest, wann die letzten Kohlekraftwerke stillgelegt werden müssen. Zudem geben Investoren und Banken Unternehmen, die nicht nachhaltig arbeiten, kaum noch Geld. Und natürlich gibt es da die Erwartungen unserer Kunden, Mitarbeiter und der Gesellschaft an eine saubere und lebenswerte Umwelt. Dem wollen wir Rechnung tragen.