Es war der bis dahin größte Erfolg in der deutschen Literaturgeschichte: Erich Maria Remarques Antikriegs-Roman „Im Westen nichts Neues“war am 29. Januar 1929 erschienen. Nur wenig später wurde er in 26 Sprachen übersetzt. Allein in Deutschland waren im darauffolgenden Sommer mehr als eine Million Exemplare verkauft.

Mitten in einer Zeit, in der die Nationalsozialisten ihre Machtübernahme vorbereiten, feiert in Deutschland ein Roman über die Gräuel des Ersten Weltkrieges Erfolge. Das gefällt den Nationalsozialisten nicht. Sie lassen verbreiten, dass sich Remarque einen falschen Familiennamen gegeben habe und eigentlich Kramer heiße. Und sie behaupten, er sei ein französischer Jude und sei als Soldat nicht im Ersten Weltkrieg gewesen.

Proteste der Nationalsozialisten gegen „Im Westen nichts Neues“

Wenig später verfilmt eine US-amerikanische Produktionsfirma unter der Regie von Lewis Milestone den Roman. Zunächst wird die US-Produktion am 21. November 1930 von der Obersten Filmprüfstelle in Berlin für das deutsche Publikum zugelassen. Die Uraufführung des Films, der im englischen Original „All Quiet on the Western Front“ heißt, fand im Berliner Mozartsaal in einem großen Gründerzeitgebäude statt. Die liberale Vossische Zeitung schrieb dazu, das Publikum sei über den Film tief erschüttert gewesen und habe nach Vorführungs-Ende den Saal „still und im Innersten aufgewühlt“ verlassen. Noch nie habe ein Filmwerk „so unmittelbar auf die Zuschauer gewirkt“.

Bei dem Premierenpublikum waren viele prominente Zuschauer anwesend. Der sozialdemokratische Minister Preußens für Inneres und Kultur war erschienen, ebenso der Botschafter der USA, und auch Intellektuelle wie Alfred Döblin, Carl Zuckmayer, George Grosz und Egon Erwin Kisch waren gekommen.

Die Verfilmung von „Im Westen nichts Neues“ gefiel den Nazis überhaupt nicht

Mäuse und Stinkbomben als Protest gegen die Aufführung des Films

Das Erstaunen und Entsetzen ist groß, als bei einer weiteren…