Die Stromerzeugung durch Windräder an Land dürfte bald kräftig zulegen. Das geht aus einer Analyse hervor, die das Beratungshaus Deutsche Windguard für den Bundesverband Windenergie erstellt hat. Anfang der Dreißigerjahre dürften die Anlagen rund 212 Terawattstunden Elektrizität produzieren, heißt es in dem Papier, das dem SPIEGEL vorliegt. Und das schon, wenn man nur die Flächen nutze, die bereits für die Windenergie ausgewiesen oder eingeplant seien.

Momentan machen diese rund 0,9 Prozent der Bundesrepublik aus. Würde der Staat zwei Prozent der Landesfläche für die Windkraft freigeben, könnte die Stromproduktion sogar auf etwa 500 Terawattstunden anschwellen, heißt es in der Studie weiter. Das würde fast dem gesamten Nettostrombedarf der Bundesrepublik im Jahr 2019 entsprechen. »Die Ergebnisse zeigen, dass das Potenzial der Onshore-Windenergie von vielen unterschätzt wurde«, sagt Studienautor Dennis Kruse.

Hauptgrund für den Produktivitätsschub ist das sogenannte Repowering, bei dem alte Windräder durch größere und leistungsfähigere ersetzt werden. Da dies eine höhere Stromausbeute pro Windrad ermöglicht, müssten sich 2030 nur etwa 10.000 Windräder mehr in Deutschland drehen als jetzt, schreibt die Deutsche Windguard. Es gäbe dann rund 40.000 Anlagen mit einer installierten Gesamtleistung von 200 Gigawatt.

Da in größeren Höhen zudem öfter der Wind weht, liefern neue Anlagen auch zuverlässiger Strom. An windreichen Standorten in Schleswig-Holstein könnten die Rotoren bis zu 4000 Stunden pro Jahr Elektrizität erzeugen, heißt es in der Studie. Sie wären dann fast die Hälfte des Jahres aktiv. Das würde auch die Versorgungssicherheit im deutschen Energiesystem erhöhen.

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