Felcsút liegt nicht weit weg von Budapest, der ungarischen Hauptstadt. Der Flecken hat keine 2000 Einwohner – aber ein brandneues, sehr modernes Fußballstadion mit fast 4000 Plätzen. Es liegt wenige Meter von Viktor Orbáns Geburtshaus. Offenbar möchte der Ministerpräsident zu Fuß gehen können, wenn er sich die Spiele seines Heimatvereins anschaut. Einen anderen vernünftigen Grund für das Stadion gibt es gemeinhin nicht.

In dieser Folge von »Acht Milliarden« spricht Host Juan Moreno über einen der großen Populisten Europas: Seit zehn Jahren ist Viktor Orbán in Ungarn an der Macht. Zusammen mit Martin Schulze-Wessel, Professor für die Geschichte Ost- und Südosteuropas an der Ludwig-Maximilians-Universität München, skizziert SPIEGEL-Redakteur Jan Puhl den Zynismus eines instinktgesteuerten Machtpolitikers.

In dieser Woche war Orbán mal wieder in den Schlagzeilen. Die EU will die Vergabe von Geldern an rechtsstaatliche Prinzipien binden. Ungarn hat nun – zusammen mit Polen – den Haushaltsplan blockiert. Damit wird verhindert, dass Milliarden an Corona-Hilfsmilliarden an die Mitgliedsstaaten fließen können.

Die Frage, die in dieser Folge von »Acht Milliarden« geklärt werden soll, lautet: warum? Warum ruiniert ein Land, das wie kaum ein anderes von der EU profitiert, sein Verhältnis zur EU? Jan Puhl hat eine Vermutung: »Weil Orbán in der Vergangenheit mit jeder Provokation durchkam. Jetzt aber, denke ich, hat sich Ungarn verzockt«.

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