Erich Karl ist 107 Jahre alt. Geboren 1913 in Weimar, war er während des Ersten Weltkrieges noch ein Kleinkind. Trotzdem kann er sich an den Hunger erinnern und an die Lebensmittelspenden, die er damals vom internationalen Kinderschutzbund“ Save The Children Fund“ bekam, den die Engländerin Eglyntane Jebb gegründet hatte. 

Erich Karl 
„Ja, das war so, es waren nicht alle Kinder betroffen. Das waren die armen beziehungsweise kinderreichen Familien, die alle kleine zusätzliche Hilfe brauchten. Und aus dem Grund haben wir dann in der Schule vorwiegend so einen Kakao gekriegt, wie ich mich erinnern kann. Und das hat geholfen? Ja, offenbar ja, ich bin ja so alt geworden.“

Das Buch „Ich lebe! Wie Kinder Kriege überstehen“ erzählt die Geschichte von Erich Karl und anderen. „Save The Children“ und der renommierte Kriegsfotograf Dominic Nahr haben den Bildtextband gemeinsam herausgebracht.  

Dominic Nahr 
„Amal ist sehr wichtig für uns, weil sie war die Erste, die fotografiert wurde“ 

Martina Dase, Save the Children 
»Der Vater sagte: Jedes meiner Kinder könnt ihr fotografieren. Aber dieses Mädchen, das wird nicht gehen, denn sie ist traumatisiert von der Flucht aus Homs 2014. Und sie ist so in sich gekehrt, dass wir sie nicht mehr erreichen können. Und während ich mit dem Vater noch spreche, höre ich aus dem Zeltinneren eine Kamera auslösen, und wir gehen rein und sehen da Dominic mit Amal vor seiner Kamera. Und dieses stille, in sich gekehrte Mädchen hat sich verwandelt. Sie ist plötzlich selbstbewusst, und man merkt: Sie will sich zeigen. Und in dem Moment haben wir weiter uns angeschaut und haben, ich glaube, denselben Gedanken gehabt. Wenn wir jetzt ein Buch machen über Kinder im Krieg, dann soll es nicht die Opfer zeigen, sondern es soll die Kinder so zeigen, wie sie gesehen werden wollen.«

Seit dem Ende des Ersten Weltkrieges sind mehr als 100 Jahre vergangen. Kriege und das Leiden von Kindern sind geblieben. Laut der Vereinten…