Am Ende kamen sie alle noch einmal nach Magdeburg. Zum Domplatz, Sitz des Landtages Sachsen-Anhalts, der Medienausschuss hatte zu einer Anhörung geladen. Da waren: Tom Buhrow, Intendant des Westdeutschen Rundfunks. Thomas Bellut, Intendant des ZDF. Karola Wille, Intendantin des Mitteldeutschen Rundfunks. Zudem der Chef des Deutschlandradios, Filmproduzenten, Vertreter der Handwerkskammer. Insgesamt 13 Gäste.

Es war am vergangenen Freitag, so kann man sagen, das finale Aufgebot. In einem letzten Versuch sollte es Überzeugungsarbeit bei einem Thema leisten, das in Sachsen-Anhalt so erbittert diskutiert wird wie in keinem anderen Bundesland: die Erhöhung des Rundfunkbeitrags. Zum 1. Januar 2021 soll der auf 18,36 Euro steigen. Zurzeit beträgt er 17,50 Euro.

Es geht also um 86 Cent. Das klingt nach nicht viel. Zumal es die erste Beitragserhöhung seit dem Jahr 2009 wäre. Doch für einige Abgeordnete ist sie nur ein weiteres Indiz für ein verschwenderisches System, zu dem sich ARD, ZDF und Deutschlandradio entwickelt haben. Die AfD-Fraktion lehnt die Erhöhung ab. Und auch die CDU-Landtagsabgeordneten sträuben sich.

Gerade um deren Stimmen wollten die Intendanten im Ausschuss werben. Im Sommer hatten die Ministerpräsidenten zwar einen neuen Staatsvertrag unterzeichnet und damit die Erhöhung der Beiträge abgesegnet – unter ihnen auch Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU). Doch bei der vorherigen Abstimmung hatte sich Haseloff enthalten. Zustimmen müssen in letzter Instanz die Landesparlamente. Lehnt der Landtag Sachsen-Anhalts somit den neuen Beitrag ab, kippt der Staatsvertrag. Die Erhöhung wäre gescheitert. Manche fürchten, dies könnte gar das öffentlich-rechtliche System ins Wanken bringen.

Vier Stunden sprachen die Abgeordneten mit den Intendanten. Es wurde über die Höhe der Intendantengehälter diskutiert, über mögliche Sparvorschläge, über einen zu starken Fokus der Sender auf westdeutsche Bundesländer. Die Debatte sei…