Lange Zeit war das Arecibo-Teleskop in Puerto Rico das größte der Welt. Selbst Astronomen brachte die Schüssel von 305 Metern Durchmesser zum Staunen. Der breiten Weltöffentlichkeit wurde die Anlage aber erst durch den James-Bond-Film „Golden Eye“ bekannt. In dem Streifen kommt einer der Bösewichte nach einem Kampf gegen den Geheimagenten bei einem Sturz von der Instrumentenplattform um, die an Seilen über dem Teleskop schwebt. Auch im Hollywoodstreifen „Concat“ hatte das Observatorium einen Auftritt.

Doch nun ist der Betrieb der Anlage zu gefährlich geworden. Wegen Sicherheitsbedenken stellt das Radioteleskop seinen Betrieb ein. Untersuchungen durch mehrere Ingenieursbetriebe hätten ergeben, dass ein katastrophales Versagen der Struktur des Teleskops drohe, teilte die Nationale Wissenschaftsstiftung der USA (NSF) am Donnerstag mit. Seine Kabel seien möglicherweise nicht mehr in der Lage, die für sie vorgesehenen Lasten zu tragen. Reparaturen könnten Arbeiter in potenziell lebensgefährliche Situationen bringen. Zudem würde es wahrscheinlich langfristig Probleme mit der Statik geben.

Im August war ein rund 7,5 Zentimeter dickes Stahlseil, das eine Metallplattform hielt, aus unbekannten Gründen gerissen. Im Herabfallen hatte es einen etwa 30 Meter langen Riss in der Reflektorschüssel des Teleskops verursacht und auch die Kuppel sowie eine Plattform beschädigt. Hinzu kamen Schäden, die der Hurrikan Maria 2017 am Observatorium verursacht hatte. Das Teleskop im karibischen US-Außengebiet wurde für die Dauer der Reparaturen vorübergehend geschlossen. Dann riss am 6. November der NSF zufolge ein Hauptkabel.

Alle Möglichkeiten, das Teleskop zu retten, seien untersucht worden. Letztlich zeigten die Daten aber, dass Reparaturen nicht auf sicherem Wege möglich seien. Nun würden Vorbereitungen getroffen, das Teleskop auseinanderzunehmen, hieß es. Ziel sei es, für künftige Recherche- und Bildungszwecke so viel der übrigen Infrastruktur des Observatoriums wie…