Weil er für die USA geheime Informationen über den russischen Rüstungskomplex gesammelt hat, hat ein Gericht einen Mann zu 13 Jahren Straflager verurteilt. Nach Angaben des Inlandsgeheimdienstes FSB gab Juri Jeschtschenko vor Gericht zu, in den Jahren 2015 bis 2017 gezielt Informationen über die Ausrüstung der russischen Nordflotte für den US-Geheimdienst CIA gesammelt zu haben.

Er arbeitete zu der Zeit laut FSB für ein Unternehmen in Seweromorsk, das radio-elektronische Systeme für Schiffe der russischen Nordflotte baut. Anfang 2019 habe er dann Kontakt zur CIA aufgenommen, teilte der FSB am Freitag mit. Im Juli des vergangenen Jahres sei er vom FSB in Bryansk festgenommen worden, als er Dokumente an die CIA übergeben wollte, die Russland als Staatsgeheimnis einstuft.

Durch die Weiterleitung von Militärgeheimnissen an die USA habe Jeschtschenko Hochverrat begangen, teilte der russische Geheimdienst am Freitag auf seiner Internetseite mit. Das Urteil wurde demnach bereits am Dienstag vom Gericht der südrussischen Region Bryansk gesprochen. Die Region liegt rund 380 Kilometer südwestlich von Moskau.

In den vergangenen Jahren haben Spionageurteile in Russland zugenommen. Erst im Juni hatte ein russisches Gericht einen ehemaligen US-Soldaten wegen Spionage zu 16 Jahren Haft in einer Strafkolonie verurteilt.

Icon: Der Spiegel