1. Vorbereitschaft

»Wir sind bereit.« Als die SPD mit Gerhard Schröder in den Wahlkampf zog, war Instagram noch nicht erfunden. Die Partei ließ die drei Worte nebst Konterfei des Kandidaten auf Plakate drucken, auf Broschüren und, ganz modern, auf Telefonkarten. (Für die Jüngeren: Mit Telefonkarten konnte man in Telefonzellen bezahlen. In Telefonzellen konnte man… ach egal. Zum iPhone-Test geht’s hier entlang.)

Icon: vergrößern

Zu zweit bereit, 1998

Foto: Torsten_Silz / picture-alliance / dpa

»Wir sind bereit.« Mit den Worten werben jetzt die Grünen in Instagram-Videos von Annalena Baerbock und Robert Habeck. Bei ihrem Onlineparteitag wollen sich die Grünen heute und am Wochenende als neue Kraft für eine neue Zeit präsentieren. Die Bundestagswahl und sechs Landtagswahlen stehen 2021 an, darunter Baden-Württemberg, wo bislang der erste und einzige grüne Ministerpräsident regiert.

Icon: vergrößern

Zu zweit bereit, 2020

Foto: KAY NIETFELD / AFP

Wie bereit ist die Partei wirklich, dem pragmatischen Führungsduo zu folgen? Ein neues Grundsatzprogramm soll her, es muss genug Ideale für friedensbewegte Traditionalisten enthalten und genug Pragmatismus für künftige Koalitionen erlauben, idealerweise im Bund. Es darf Genskeptiker wie Homöopathen nicht abschrecken und soll »Fridays for Future«-Aktivisten wie Klimaforscher überzeugen. »Bisher kam der Pro-Regierungs-Kurs von Habeck und Baerbock gut an«, sagt meine Kollegin Valerie Höhne. »Mal sehen, ob sie auch die strittigen Abstimmungen gewinnen – diese Ergebnisse werden das Stimmungsbarometer sein.«

Und wie bereit sind die Wählerinnen und Wähler, die Partei in eine künftige Regierung zu wählen? In Umfragen liegen sie hinter der Union, aber vor der SPD. Schafft es eine Grüne oder ein Grüner vielleicht trotzdem ins Kanzleramt? Immerhin haben es Gerhard Schröder und seine Frau zu Instagram geschafft.

(Sie möchten die »Lage am Abend« per Mail bequem in Ihren…