Jahrelang nutzte Yves „Dadou“ Jean-Bart die Macht, die er sich als Chef des haitianischen Fussballverbands (FHF) aufgebaut hatte, um diejenigen zu kontrollieren und zu manipulieren, die sich am meisten auf ihn verließen. Nun ist seine Schreckensherrschaft im Sport vorbei. 

Die FIFA teilte offiziell mit, dass sie Jean-Bart lebenslang für alle Fußball-Aktivitäten gesperrt habe. Die Schiedskammer der unabhängigen Ethikkommission habe den Funktionär aus Haiti „für schuldig befunden, seine Position missbraucht und verschiedene Spielerinnen, darunter auch Minderjährige, sexuell bedrängt und missbraucht zu haben“. Jean-Bart habe damit gegen den FIFA-Ethikcode verstoßen. Der 73 Jahre alte Haitianer wurde zudem zu einer Geldstrafe von einer Million Schweizer Franken (920.000 Euro) verurteilt. Dies ist eine der härtesten Strafen, die der Weltfußballverband jemals verhängt hat.

Erpressung zum Sex

Mehrere Spielerinnen, die in einem Leistungszentrum der FHF lebten und trainierten, hatten den 73 Jahre alten Jean-Bart beschuldigt, sie zum Sex mit ihm gezwungen zu haben – als Gegenleistung dafür, dass sie weiterhin im Nationalkader verblieben. Einige der Spielerinnen waren zum Zeitpunkt des Missbrauchs jünger als 18 Jahre.

Im Oktober hatte die DW aufgedeckt, dass Jean-Bart trotz seiner Suspendierung durch die FIFA weiterhin im haitianischen Fußballverband die Fäden zog und auch das FHF-Leistungszentrum besuchte. Yvette Felix, eine von drei weiteren FHF-Mitarbeitern, die von der FIFA suspendiert wurden, soll Jean-Bart nachts in die Schlafsäle der Spielerinnen gelassen haben. Dort soll er ihnen versprochen haben, ihre Fußballkarriere und Ausbildung zu fördern.

Jean-Bart beschuldigt andere Funktionäre

Jean-Bart im Oktober bei einer Anhörung vor Gericht

Quellen, die Kenntnis von Jean-Barts Anhörung vor der Ethikkommission hatten, berichteten der DW, der FHF-Chef habe versucht, den Spieß umzudrehen und FHF-Funktionäre, die gegen ihn ausgesagt hatten, als Täter…