Das Bundesinnenministerium setzt eine umstrittene Regelung aus, dass Bundesbedienstete bei Dienstreisen zwei Sitzplätze in Bahn und Flugzeugen für sich buchen dürfen. Man nehme zur Kenntnis, dass dies in der Öffentlichkeit für Irritationen sorge, teilte ein Sprecher mit.

Die bisherige Regelung, die im November in Kraft getreten ist, galt dem besseren Corona-Schutz. Bis Ende März 2021 sollten Bundesbedienstete auch den zusätzlichen Nachbarsitzplatz buchen können. Die Beförderungsbedingungen der Deutschen Bahn sehen allerdings vor, dass der Anspruch auf einen bezahlten und reservierten Platz erlischt, wenn er 15 Minuten nach Abfahrt nicht eingenommen wird.

Dies wurde jedoch von zahlreichen Ministerien gar nicht wahrgenommen: Zuvor hatten Sprecher etlicher Ministerien wie des Verkehrs-, Umwelt- und Gesundheitsministeriums, aber auch Regierungssprecher Steffen Seibert für das Bundespresseamt erklärt, dass sie für ihre Mitarbeiter auf den selten gewordenen Dienstreisen weiter nur einen Platz buchten.

Debatte über Neuregelung der Abstandsvorschriften

Aus dem Innenministerium heißt es, es finde nun in der Bundesregierung eine Debatte statt, ob man Abstandsvorschriften in Verkehrsmitteln neu regeln solle. Man sei gegen jede Privilegierung von Bundesbeamten, habe aber die Gesundheit der Beschäftigten im Auge.

Die Frage, wie eng Menschen in Verkehrsmitteln wie Bus, Bahn und Flugzeug in der Coronakrise sitzen dürfen, ist seit Monaten umstritten. So gibt es eine Debatte über die Mittelplätze in Dreierreihen in Flugzeugen, die von den Fluggesellschaften derzeit genutzt werden dürfen.

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