Die Pharmaunternehmen Biontech und Pfizer haben in den USA eine Notfallzulassung für den von ihnen entwickelten Corona-Impfstoff gestellt. Noch an diesem Freitag wird bei der Lebensmittelüberwachungs- und Arzneimittelbehörde der Vereinigten Staaten (FDA) ein Antrag eingehen, heißt es in einer Mitteilung, die dem SPIEGEL vorliegt.

Die Mainzer Firma Biontech und das US-Unternehmen Pfizer rechnen damit, dass ihr Impfstoff BNT162b2 frühestens gegen Mitte, spätestens aber Ende Dezember verfügbar sein wird. Der Antrag sei möglich, weil zuletzt Studienergebnisse auf eine hohe Wirksamkeit hingedeutet hätten. In einer sogenannten Phase-III-Studie, die bei der Zulassung von neuen Medikamenten immer durchgeführt wird, erreichte das Mittel eine Erfolgsrate von 95 Prozent – das hatte weltweit für Schlagzeilen gesorgt.

An der Studie hatten rund 43.500 Person teilgenommen, etwa die Hälfte bekam ein Placebo. Es seien insgesamt nur 170 bestätigte Covid-19-Fälle aufgetreten – alle in der Placebo-Gruppe. Nur bei neun Teilnehmerinnen und Teilnehmern sei eine Covid-Erkrankung festgestellt worden. Auch ältere Menschen schütze die Impfung gut.

Das Data Monitoring Commitee (DMC), eine unabhängige Expertengruppe, die die Studie überwache, habe bis heute keine ernsthaften Sicherheitsbedenken im Zusammenhang mit dem Impfstoff gemeldet.

»Unsere Arbeit zur Bereitstellung eines sicheren und wirksamen Impfstoffs war noch nie so dringlich wie heute, da die Zahl der Covid-19-Fälle weltweit alarmierend ansteigt. Der Antrag in den USA ist ein entscheidender Meilenstein auf unserem Weg, der Welt einen Impfstoff zur Verfügung zu stellen«, sagte Albert Bourla, Chairman und CEO von Pfizer. Man habe nun ein vollständigeres Bild sowohl von der Wirksamkeit als auch vom Sicherheitsprofil des Impfstoffs, was Vertrauen in sein Potenzial gäbe.

Das US-Gesundheitsministerium hatte bereits mit dem Antrag auf Notfallzulassung gerechnet. Das hatte US-Gesundheitsminister Alex Azar am Donnerstag bei…