Von der Coronakrise hat sich der britische Einzelhandel offenbar längst wieder erholt: Seit Monaten liegen die Umsätze höher als vor der Krise, im Oktober haben die britischen Einzelhändler ihre Umsätze noch einmal deutlich ausgeweitet.

Nach Angaben des britischen Statistikamts ONS vom Freitag lagen die Erlöse 1,2 Prozent höher als im Vormonat. Gegenüber dem Vorjahresmonat wurde ein Zuwachs um 5,8 Prozent erzielt. Die Erwartungen wurden jeweils klar übertroffen. Der aktuelle Umsatzzuwachs war der sechste in Folge.

Als Gründe für die deutlichen Umsatzsteigerungen nennt das ONS zwei Faktoren: Zum einen könnten die britischen Verbraucher einen Teil ihrer Weihnachtsverkäufe vorgezogen haben, womöglich auch, um einem möglichen Lockdown zuvorzukommen. Zum anderen dürften die hohen Preisnachlässe vieler Geschäfte diesen Trend verstärkt haben.

Der deutsche Einzelhandel vermeldete indes zuletzt düstere Prognosen: 60 Prozent der Innenstadthändler sehen sich einer Umfrage des Handelsverbands HDE zufolge in Existenznot, im September sanken die Umsätze um 2,2 Prozent gegenüber dem Vormonat.

»Black Friday« verspricht wenig Euphorie

Während der HDE nun auf die Rabatttage »Black Friday« und »Cyber Monday« setzt und dort Rekordumsätze erwartet, haben die Verbraucher einer repräsentativen Umfrage zufolge eher wenig Interesse an ausschweifendem Konsum. Nur noch die Hälfte der Verbraucher plant demnach, an den beiden Shoppingtagen Ende November einzukaufen. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr wollten noch zwei Drittel der befragten Verbraucher die Rabatttage zum Shoppen nutzen.

Auch das geplante Einkaufsbudget ist demnach in der Coronakrise der Umfrage zufolge zusammengeschmolzen: Im Durchschnitt sind in diesem Jahr nur noch 205 Euro für das »Black Friday«-Shopping vorgesehen. Vor einem Jahr waren es noch 242 Euro. 

Icon: Der Spiegel