Es war purer Zufall. Bei Kanalisationsarbeiten im Athener Zentrum wurde auf der beliebten Fußgängerzone der Aiolos Straße in nur 1,3 Metern Tiefe der Kopf einer Hermes-Statue entdeckt. Der Zufallsfund wurde am vergangenen Samstag (14.11.) bekannt, als der Athener Bürgermeister Kostas Bakoiannis, dessen Amtssitz sich in unmittelbarer Nähe des Fundortes befindet, auf Facebook ein Foto des Hermes-Kopfes postete. „Einzigartiges Athen“  schrieb er dazu.

Athens Bürgermeister Kostas Bakoiannis gab den spektakulären Fund auf Facebook bekannt

Für Archäologen sind antike Funde im Athener Zentrum nicht unbedingt etwas Außergewöhnliches, so die griechische Archäologin Elisabeth (Elsi) Spathari gegenüber der DW. Sie war selbst viele Jahre  lang an Ausgrabungen in den Straßen Athens beteiligt: „Manchmal ergeben sich heute noch Funde, wie etwa kleinere oder größere Köpfe, Statuen, Vasen oder Gräber in einer Tiefe von nur 35 Zentimetern. So einen ähnlich wichtigen Fund wie den Hermes-Kopf hat es in letzter Zeit jedoch nicht gegeben.“

Zurzeit wird der Zufallsfund gründlich von der zuständigen archäologischen Behörde untersucht, um herauszufinden, ob der Hermes-Kopf von einem bekannten Bildhauer der Antike stammt. Das würde natürlich einer Sensation gleichkommen. Bis eine endgültige Expertise des Kulturministeriums vorliegt, halten sich die Archäologen allerdings noch bedeckt.

Auch Elsi Spathari, Schriftstellerin diverser Bücher über das Altertum, hält sich zurück mit Spekulationen: „Dieser Kopf weist zwar Ähnlichkeiten mit einem wichtigen Exponat im Athener Benaki Museum auf. Es ist jedoch verfrüht, Schlüsse zu ziehen. Ohne Frage wäre es aber etwas Besonderes, wenn dieser Hermes-Kopf aus der Werkstatt eines bekannten Bildhauers stammen würde.“

Der Hermes-Kopf als gewöhnliches Baumaterial

Laut erster Einschätzung der zuständigen archäologischen Behörde und des griechischen Kulturministeriums handelt es sich um den Kopf einer sogenannten…