Die Bundeswehr investiert nach SPIEGEL-Informationen trotz der Unsicherheit, wie lange die Afghanistan-Mission noch läuft, weiter massiv in den Ausbau der Feldlager. Laut einer internen Aufstellung sollen in den nächsten Monaten knapp 50 Millionen Euro für Bau- und Instandsetzungsprojekte in Masar-i-Scharif und dem kleineren Außenposten in Kunduz ausgegeben werden.

Neben notwendigen Verstärkungen an den Schutztürmen, der Sicherheitsschleuse am Eingang und den Unterkünften im »Camp Marmal« ist auch eine neue Bodeninfrastruktur für die NH90-Helikopter geplant, die im Dezember die altersschwachen CH-53-Modelle ablösen sollen. Ebenso werden derzeit noch neue Hallen für die Drohnen vom Typ »Heron« gebaut, allein der Betriebshangar für die Überwachungsflieger kostet 4,6 Millionen Euro.

Im Verteidigungsministerium heißt es zu den Planungen, die Investitionen seien nötig, da man das Ende der Mission derzeit noch nicht absehen könne und die Projekte für die Sicherheit der Truppe wichtig seien. Zudem habe die Bundeswehr bereits weniger wichtige Vorhaben mit einem Gesamtbudget von knapp 20 Millionen Euro gestrichen.

Nach der Ankündigung der USA, ihre Truppen in Afghanistan vor dem 20. Januar auf 2500 Mann zu reduzieren, ist die Zukunft der Nato-Mission »Resolute Support« zweifelhaft. Fast alle Partner wie die Bundeswehr sind im Notfall, zum Beispiel bei komplexen Angriffen oder der Rettung Verletzter, auf die Luftunterstützung der US Air Force angewiesen.

Bei der Nato haben die USA diese Unterstützung, im Militärjargon »critical enabler« genannt, bisher nicht zugesagt. Zwar deutete der US-Kommandeur der Mission bei Gesprächen mit dem Nato-Hauptquartier an, die USA würden die wichtigen Fähigkeiten wie die Luftunterstützung weiter bereitstellen. Bei einer Sitzung des Nordatlantikrats allerdings wiederholte der US-Vertreter diese Zusage ausdrücklich nicht.

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