Am Ende einer turbulenten Woche steht Alexander Gauland am Rednerpult des Bundestages. Oft werden die Redner der AfD von den anderen mit demonstrativer Nichtachtung gestraft, diesmal jedoch ist die Konkurrenz durchaus gespannt darauf, was der Fraktionschef der Rechtsaußenpartei zu sagen hat.

Wie, so fragen sich viele im Plenum, würde sich Gauland dazu verhalten, dass Abgeordnete der AfD Besucher in die Bundestagsgebäude geladen hatten, die andere Parlamentarier mit ihren Handys filmten und bedrängten?

Gauland entscheidet sich an diesem Freitag, da Union und SPD eigens eine Debatte über die Vorfälle vom vergangenen Mittwoch angesetzt haben, für eine Mischung aus Entschuldigung und Relativierung. Dass gewählte Volksvertreter von »Gästen zweier Abgeordneter« seiner Fraktion »bedrängt und belästigt wurden, ist unzivilisiert und gehört sich nicht«. Dafür entschuldige er sich, sagt Gauland.

Natürlich alles keine Absicht

Dabei hätte es der AfD-Ehrenvorsitzende belassen können. Tut er aber nicht. Kurz zuvor hat ihm der erste Parlamentarische Geschäftsführer der CDU/CSU-Fraktion, Michael Grosse-Brömer vorgehalten, die Vorfälle seien der Tiefpunkt einer »dauerhaften Strategie der AfD«. Von einer Absicht seiner Fraktion aber will Gauland nichts wissen, spricht von einer »Unterstellung«, nennt sie »infam«.

Also geht er nach dem kurzen Intro in den Angriffsmodus über. Bei Gauland klingt der Mittwoch, als die Verabschiedung des Infektionsschutzgesetzes im Bundestag draußen von Protesten und drinnen von Störaktionen rechter Blogger begleitet wurde, so: Die aufgeheizte Stimmung habe sich nach Innen übertragen, da sei »etwas aus dem Ruder gelaufen«, man hätte die Besucher »beaufsichtigen« müssen. Seine Fraktion aber habe »nicht damit rechnen können«, dass »so etwas« passiere.

In seiner Rede versammelt Gauland jene Argumentationsmuster, die auch in den sozialen Medien von AfD-Parlamentariern verbreitet werden: Dass auch Störer aus anderen politischen…