Die Milliardensummen, mit denen die Bundesregierung einen kräftigen Anstieg der Ökostrom-Umlage stoppen will, haben nur begrenzte Wirkung auf den Verbraucher-Strompreis in Deutschland. Eine spürbare Entlastung der Kunden ist nicht in Sicht. Zum Jahreswechsel haben zwar einige Versorger Preissenkungen angekündigt, andere wollen ihre Tarife aber erhöhen. Das haben erste Auswertungen der Internet-Vergleichsportale Verivox und Check24 ergeben.

Nach Angaben von Verivox haben bislang nur 45 Grundversorger Preissenkungen von durchschnittlich 1,8 Prozent angekündigt. Für eine Familie mit einem Jahresverbrauch von 4000 Kilowattstunden bedeute das eine Entlastung von 24 Euro. Gleichzeitig hätten 42 Grundversorger Preissteigerungen von durchschnittlich 2,4 Prozent mitgeteilt, was Mehrkosten von 31 Euro entspreche.

Bis zu 74 Euro Mehrbelastung im Jahr

Check24 zählt etwas anders. Nach Angaben des Portals wollen 59 Grundversorger Anfang kommenden Jahres den Strompreis erhöhen oder haben dies bereits in den vergangenen Wochen getan. Im Durchschnitt betragen die Preiserhöhungen demnach 4,6 Prozent. Für einen Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 5000 Kilowattstunden bedeutet das zusätzliche Kosten von durchschnittlich 74 Euro pro Jahr. Eine Preissenkung hätte 47 Grundversorger angekündigt – im Schnitt um 2,4 Prozent.

„Die Mehrheit der Stromanbieter sieht trotz gedeckelter EEG-Umlage derzeit offenbar keinen Spielraum für günstigere Preise“, sagte Verivox-Energieexperte Thorsten Storck. „Wir rechnen daher für das kommende Jahr mit stagnierenden Strompreisen auf hohem Niveau.“ Durch die leicht sinkende EEG-Umlage würden die Kosten für einen Musterhaushalt um rund 10 Euro im Jahr zurückgehen. Gleichzeitig stiegen jedoch die anderen Abgaben und Umlagen um rund 4 Euro. Bei den Marktbeobachtern von Check24 heißt es sogar: „Es wird in jedem Fall teurer.“

Die Abkürzung EEG steht für das Ereuerbare-Energien-Gesetz, dessen erste Fassung im Jahr 2000 in Kraft trat. Die EEG-Umlage…